Tanja

Okay, ihr kennt sicher die steife Bio, die ich überall, also auch auf Amazon und in jedem Buch veröffentlicht habe. Das will ich hier vermeiden.

Tanja, fotografiert von Volker Stocker

Deswegen: Wer ist Tanja?
Wenn ich mich bescheibe, dann sieht das in etwa so aus: Ich bin immer noch ein Freak, irgendwo zwischen Punk, Goth und Ethno angesiedelt, beruflich weitestgehend Zwangsnormal. Trotzdem falle ich zwischen all meinen Kollegen auf.
Darüber hinaus bin ich seit Dezember 2002 mit meiner heutigen Frau Juliane zusammen und wir sind seit August 2015 verpartnert.
Kinder? Liebe ich, wenn ich sie abends wieder abgeben darf. Ich freue mich immer wie ein Keks, wenn es im Büro Nachwuchs gibt. Aber ich bin ganz zufrieden mit unseren Katzenmonstern. Jule sieht das glücklicherweise genauso 🙂 Andererseits habe ich Kids schon zu einigem Unfug verführt … Bitte nicht bei den Eltern petzen, okay? 😉

Ansonsten … bin ich die einzige Tochter einer übertalentierten Künstlerin und eines ehemaligen Bäckers und kaufmännischen Angestellten, habe aber auch eine ganz tolle Stiefmutter, mit der man Pferde stehlen kann und hatte eine Tante, die mir nach dem Tod meiner Mutter all die Liebe ersetzt hat, die mir von ihr fehlte. Leider ist auch sie nicht mehr am Leben.

Was mache ich, wenn ich nicht schreibe:
Arbeiten – ganz klar. Gelernter Bauzeichnerin, Berufskraftfahrerin, Dokumentationsassistentin, heute Projektassistentin. Meine Nähe zum Bau habe ich in all den Jahren seit 1991 nicht verloren. Obwohl die Lehre damals nur bedingt freiwillig war, habe ich immer einen Hang zu Gebäuden gehabt.

Juliane und ich, fotografiert von Volker Stocker

Als Kind habe ich angefangen zu heulen, wenn alte Häuser abgrissen wurden. Das trifft zwar heute nicht mehr zu, aber mir tut es immer noch in der Seele weh, denn daran haben irgendwann einmal viele Menschen gearbeitet, Architekten ihre Ideen verwirklicht und außerdem hat ein solches Gebäude viel gesehen und erlebt. Für mich ist es, als würden damit die Erinnerungen an Menschenleben und Schicksale beerdigt werden.
Darüber hinaus vertrödele ich liebend gerne Zeit mit Filmen und Büchern.
Ich würde behaupten, ich bin ein Hardcore-Filmfan. Fragt mich zu Filmen, Schauspielern und (vorwiedgend alten) Serien etwas, und ich habe zumeist eine Antwort darauf. Hier tummeln sich Agentenstreifen, Krimis, Thriller, Krimi Noir, SciFis, Horror, Dramen (vor allem über das Leid der farbigen Bevölkerung in den USA), Kriegsfilme, Musicals, Fantasys, Komödien, experimentelle Filme, Abenteuerstreifen, Heist Movies und viel mehr.
Bei meinen Büchern sieht es nicht anders aus. Ich liebe Sachbücher. In erster Linie natürlich Geschichte: Kriminalhistorik, Bücher über die beiden Weltkriege, Bücher über Technik, Autos, Motorräder, Biografien. Meine zweite Leseleidenschaft sind historische Kriminalromane, besonders aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Empfehlendwert hierzu sind beispielsweise die beiden Krimis von Angelika Felinda, die 1914 und 1919 spielen. Ebenso habe ich mich quer durch diverse Romane aus den 20ern gelesen. Volker Kutschers Gereon Rath-Reihe beginnt ja 1929. Klasse 🙂
Was ich sonst so mache?
Simple Antwort: Immer noch zeichnen, aber nur  noch in mein Skizzenbuch und in die Romane (dafür sind Schmutzseiten da ;p).

Die Seelenlosen Incobus Verlag, heute Dead Soft Verlag

Welche Genre ich bediene und wie ich zum Schreiben gekommen bin?
Viel – wenn ich mehr Zeit hätte. Ideen sind reichlich vorhanden. In erster Linie Mystery-Thriller, Stemapunk, Steamfantasy-Krimis, Fantasy, Horror, historische Sachen mit Gruseleffekt, aber alles mit queerem Subtext.
Angefangen habe ich damit 1981, mit 8 Jahren und aus Frust über die so elend harmlosen Kinderkrimis. Parallel dazu habe ich bereits Edgar Wallace’ Gruselkrimis gelesen. Da ging es um Morde, unheimliche Gegenspieler, perfide Mörder(innen), einfach all das, was mich damals mitgerissen hat. Deswegen habe ich angefangen zu schreiben; Kinderkrimis mit richtigen Krimielementen.
Meine ersten Veröffentlichungen waren in Chris Schejas Legendensänger Fantasy-Kurzgeschichten und eine Novelle zu einer ihrer Zeichnungen.

Warum habe ich als Zeichnerin aufgehört?
Zu viel zu tun. Der Job und vor allem die Touren zwischen Wiesbaden und Offenbach haben viel Zeit gefressen. Anfangs habe ich mit meiner Frau Juliane noch Comics gezeichnet, für sie auch ihre Assjah-Kinderfantasybücher illustriert, aber heute fällt das auch aufgrund meines nicht gerade kleinen und Katzenhaarigen Haushaltes hinten runter.

Tanja 1985

Warum bringe ich so wenige Bücher raus?
Ich schreibe nur noch in der Mittagspause und die ist 45 Minuten lang, soll heißen, ich hocke an meinem Schreibtisch, Laptop vor Büro-Monitor und Tastatur, immer bereit alles beiseite zu schieben, wenn das Telefon klingelt, Briefe zu schreiben sind, oder dringend Material für den Folgetag bestellt werden muss.
Ey Leute, ich liebe meinen Job, wirklich. Dafür würde ich sogar meine Schreiberei sein lassen!