{"id":1354,"date":"2018-04-13T19:25:36","date_gmt":"2018-04-13T19:25:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.schattengrenzen.de\/?p=1354"},"modified":"2018-04-13T19:25:36","modified_gmt":"2018-04-13T19:25:36","slug":"der-neue-rebell-erscheint-april-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schattengrenzen.de\/?p=1354","title":{"rendered":"Der &#8220;neue&#8221; Rebell erscheint April 2018"},"content":{"rendered":"<p>Heute habe ich von <strong><a href=\"http:\/\/www.homolittera.com\/deutsch\">HOMO Littera<\/a><\/strong> das neue Cover bekommen, den <a href=\"http:\/\/www.homolittera.com\/deutsch\/Werke\/Der_Rebell.php\"><strong>Link<\/strong> <\/a>des Verlages und die Sicherheit, dass das Buch in K\u00fcrze erscheinen soll. Ich muss sagen, ich bin echt froh dar\u00fcber, besonders weil Juliane mir auf <a href=\"http:\/\/www.queer-gelesen.de\/\"><strong>QUEER gelesen<\/strong><\/a> das Okay gegeben hat, das Buch vorzustellen.<br \/>\nNat\u00fcrlich liegt mein Fokus auf dem angek\u00fcndigten Ausschnitt aus &#8220;Mord ohne Leiche&#8221; (Steampunk-Krimi \/ lesbian), aber ein paar Minuten bekommt auch der Rebell \ud83d\ude42<br \/>\n<strong>Hier der neue Klappentext:<\/strong><br \/>\nEin Blick hinter die Spiegel reicht, und dein Leben wird sich f\u00fcr immer ver\u00e4ndern &#8230;<\/p>\n<div id=\"beschreibung\">\n<figure id=\"attachment_1240\" aria-describedby=\"caption-attachment-1240\" style=\"width: 206px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1240\" src=\"http:\/\/blog.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Cover_Der_Rebell-206x300.png\" alt=\"\" width=\"206\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Cover_Der_Rebell-206x300.png 206w, https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Cover_Der_Rebell-600x875.png 600w, https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Cover_Der_Rebell.png 617w\" sizes=\"auto, (max-width: 206px) 100vw, 206px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1240\" class=\"wp-caption-text\">Der Rebell \u00a9HOMO Littera 2018<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der 16-j\u00e4hrige Oliver und seine j\u00fcngeren Br\u00fcder Christian und Michael \u00fcberleben nur knapp ein Massaker. Ihr Vater ermordet nicht nur ihre Mutter, sondern auch zwei weitere Geschwister. Das Motiv scheint auf der Hand zu liegen: Untreue. Aber Oliver will daran nicht glauben, insbesondere, als auf Christian ein weiterer Anschlag ver\u00fcbt wird. Unter Verdacht steht ihr Gro\u00dfvater, der einzige angebliche Verwandte, der ihre Vormundschaft \u00fcbernehmen soll. In seinem Haus werden mehrere Tote gefunden, doch die Leichen liegen bereits seit 70 Jahren dort. Die F\u00e4lle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, allerdings will Oliver nicht an Zuf\u00e4lle glauben. Gemeinsam mit dem unerfahrenen Kommissar Daniel Kuhn und dem \u00fcberreizten Matthias Habicht versucht er Parallelen in den F\u00e4llen zu finden. Doch schon bald wird klar, dass sie trotz Polizeischutzes nicht sicher sind, denn ihre Gegner scheinen nicht unter den Lebenden zu weilen \u2026<\/p>\n<p><strong>Und ein St\u00fcckchen Leseprobe:<\/strong><br \/>\nIhr hysterisches Lachen endete in ersticktem R\u00f6cheln.<br \/>\nDie folgende Stille versetzte Oliver in abgrundtiefes Entsetzen. Nur das Ger\u00e4usch von Metall, das Knochen zersplitterte, drang zu ihm. Das Monster zerfleischte sie. Der Anblick brannte sich in seinen Verstand. Er st\u00f6hnte. Seine Knie zitterten, zugleich f\u00fchlte sich sein K\u00f6rper an, als w\u00fcrde Lava durch seine Adern str\u00f6men. Mit h\u00e4mmerndem Herzen kauerte er sich tiefer unter die Anrichte und presste seine F\u00e4uste auf die Ohren. Er biss auf seine Unterlippe und schmeckte Blut. Ihm wurde schwindelig. M\u00fchsam zwang er sich zur Ruhe. Er musste fliehen, die Polizei rufen, doch er konnte sich nicht regen. Alles in ihm wehrte sich gegen den Anblick, die Ger\u00e4usche und den Geruch. Er wagte nicht einmal, ins Wohnzimmer zu sp\u00e4hen \u2013 aber er musste, jetzt sofort, bevor auch er starb.<br \/>\nVorsichtig sah er \u00fcber die K\u00fcchenplatte. Noch immer rammte dieser Wahnsinnige sein Messer in ihren Leib. Deutlich h\u00f6rte er, wie die Spitze sich in den Boden bohrte. Der K\u00f6rper seiner Mutter lag vor der Terrassent\u00fcr. Ihr Blut tr\u00e4nkte den hellen Teppich. Sein Vater kauerte wie ein Nachtmahr \u00fcber der Masse aus zerschnittenem Gewebe und zerhackten Knochen. Er hob sich deutlich gegen die hellen Gardinen ab. Schwarzgrauer Dunst kr\u00e4uselte sich um ihn. Stammte der von der brennenden Zigarette seiner Mutter?<br \/>\nOliver reckte sich vorsichtig. Die Schwaden waren zu dunkel. Oder t\u00e4uschte er sich? Mit bibbernden Fingern klammerte er sich an die K\u00fcchenplatte. Er w\u00fcrgte. Sein Vater, oder wer immer dieses Wesen sein mochte, hatte den Verstand verloren. Er war kein Mensch mehr.<br \/>\nAls dieser die Waffe hochriss, spritzte Blut auf Glas und Gardinen.<br \/>\nOlivers Mageninhalt schoss hoch. Er stie\u00df ein unartikuliertes Ger\u00e4usch aus und presste die Kiefer aufeinander. Doch zu sp\u00e4t \u2013 er erbrach sich. Schw\u00e4che breitete sich in ihm aus. Er musste weg, aber seine Muskeln protestierten. Unsicher kroch er aus seinem Versteck, rappelte sich auf und eilte in den Flur hinaus. Flucht war die einzige Chance, wollte er \u00fcberleben. Obwohl er keine Schuhe trug, kamen ihm seine Schritte viel zu laut vor. Sein Vater w\u00fcrde ihn h\u00f6ren, und er w\u00e4re tot, bevor er die Haust\u00fcr erreichte.<br \/>\nEin Wutschrei, vermischt mit entsetzlicher Verzweiflung drang aus dem Wohnzimmer. Einen Herzschlag sp\u00e4ter vernahm er den schweren Gang seines Vaters \u2013 er war nicht mehr er selbst, h\u00f6rte ihm nicht mehr zu. Dem durchtrainierten, cholerischen Mann hatte er auch nichts entgegenzusetzen. Nur Schnelligkeit konnte ihn jetzt retten.<br \/>\nDie Kisten und Ko\ufb00er seiner Mutter standen noch im Flur. Seine Flucht wurde zu einem einzigen Ausweichman\u00f6ver. Verflucht! Genauso gut h\u00e4tte der Ausgang einen Kilometer entfernt sein k\u00f6nnen.<br \/>\n\u201eOlli \u2026\u201c Die weinerliche Stimme seiner kleinen Schwester drang aus dem ersten Stock.<br \/>\nElli? Sein Herz verkrampfte sich. Er konnte nicht fortlaufen, solange seine kleinen Geschwister noch im Haus waren. In seiner sinnlosen Raserei kannte sein Vater weder Freund noch Feind. Er w\u00fcrde vor den Zwillingen und Marc nicht Halt machen, ganz zu schweigen von Elli, die er hasste.<br \/>\nOliver blickte nach vorne. Ihn trennten noch f\u00fcnf oder sechs Schritte von der Haust\u00fcr.<br \/>\n\u201eOlli!\u201c In Ellis hysterischem Quietschen lag panische Angst, das Entsetzen, das auch er versp\u00fcrte. Er musste seine Br\u00fcder und Elli in Sicherheit bringen. Abrupt \u00e4nderte er seine Richtung und rutschte weg. Mit rudernden Armen k\u00e4mpfte er um sein Gleichgewicht, st\u00fcrzte aber auf ein Knie. Schmerz zuckte durch sein Bein.<br \/>\n\u201eChris, Micha \u2026\u201c, keuchte er und sah sich um.<br \/>\n\u00dcber den Wohnzimmerteppich huschten bizarre Schatten, schwere Schritte n\u00e4herten sich.<br \/>\nOlivers Herz raste. Hass und Verzweiflung vereinte sich im Gebr\u00fcll seines Vaters. Die Stimme klang fremd. Begriff er, was er getan hatte?<br \/>\nSicher nicht. Dieses Tier hatte keine Gef\u00fchle.<br \/>\nOliver schauderte. Er versuchte, auf die F\u00fc\u00dfe zu kommen, aber sein verletztes Knie gab unter der Belastung seines K\u00f6rpers nach. Ein scharfer Stich trieb ihm Tr\u00e4nen in die Augen. \u00c4rgerlich biss er die Z\u00e4hne zusammen. Beim Boxen hatte er mehr weggesteckt.<br \/>\nSein Atem stockte. Wie ein gestaltgewordener Albtraum stand sein Vater im T\u00fcrrahmen des Wohnzimmers. Die wei\u00dfen Manschetten an seinem Hemd waren rot verf\u00e4rbt. Von seinen H\u00e4nden troff Blut auf den Boden. Als er den Arm hob, umwehten ihn Rauchschleier.<br \/>\nPl\u00f6tzlich zuckte sein Kopf hoch. Oliver fuhr zusammen und wich zur\u00fcck. Trocken schluckte er, aber in seiner Kehle sa\u00df ein Klo\u00df. Instinktiv dr\u00e4ngte er sich in den Schatten zwischen Garderobe und Treppe. Aus phosphoreszierenden Augen starrte sein Vater in den Flur. Im n\u00e4chsten Moment verengte er sie zu Schlitzen. Eisiger Schrecken breitete sich in Oliver aus. Hatte er ihn entdeckt? Mit einer geschmeidigen Geste strich sich sein Vater durch Bart und Haar. Tr\u00e4nen sp\u00fclten helle Spuren in den schmierig roten Film auf seiner Wange und verliehen ihm einen maskenhaften Ausdruck. In der Rechten hielt er das lange Jagdmesser. Rauch kroch an seinem Arm herab und umwaberte die Klinge. Er schmetterte die Glast\u00fcr gegen die Wand, Tausend Splitter fegten \u00fcber die Fliesen.<br \/>\n\u201eVater \u2026\u201c Oliver wich zur Treppe zur\u00fcck.<br \/>\nEinen grotesken Moment entspannte sich die maskenhafte Mimik seines Vaters, die entstellten Z\u00fcge erschlafften. Es hatte den Anschein, als w\u00fcrde er den Griff um die Waffe lockern. Regte sich doch ein Hauch Menschlichkeit in ihm?<br \/>\n\u201eOlli!\u201c, hallte es wieder von oben.<br \/>\nElli, schweig!, schrie Oliver in Gedanken.<br \/>\nDas Gesicht seines Vaters verzerrte sich erneut. In seinem Blick glomm Erkennen, als h\u00e4tte er begriffen, was der eigentliche Grund seiner verzehrenden Wut war: Elli!<br \/>\n\u201eLauf, Elli!\u201c, rief Oliver.<br \/>\nSplitter knirschten unter den Sohlen seines Vaters. Oliver sp\u00fcrte seine Nerven bis in die Fingerspitzen elektrisieren. Entsetzt fuhr er herum. Abermals explodierte bet\u00e4ubender Schmerz in seinem Knie. Er humpelte, so schnell er konnte, die Stufen hinauf.<br \/>\n\u201eMicha, Chris, bringt Elli und Marc raus!\u201c<br \/>\nDie Holzkonstruktion bebte unter ihm. Vater!<br \/>\nOliver nahm sich nicht die Zeit, zur\u00fcckzusehen. \u201eRaus hier!\u201c<br \/>\nEr h\u00f6rte Ellis hysterisches Weinen. Von den Zwillingen vernahm er keinen Laut. Tr\u00e4nen der Verzweiflung rannen \u00fcber sein Gesicht. Sein Vater holte ihn unweigerlich ein, und seine Geschwister verlie\u00dfen sich blind auf ihn. Mit beiden H\u00e4nden zog er sich am Gel\u00e4nder hoch. Die Luft brannte in seinem ausgetrockneten Hals, sengte durch seine Lungen. In einer Seite erwachte stechender Schmerz. Hinter sich h\u00f6rte er keuchende Atemz\u00fcge. Gleich hatte sein Vater ihn eingeholt.<br \/>\nOliver versuchte zu rennen, aber sein Bein protestierte. Er presste die Z\u00e4hne aufeinander und ignorierte sein Knie, da sein Vorsprung schmolz. Das Monster war direkt hinter ihm. Etwas Kaltes fuhr ihm in derselben Sekunde \u00fcber Schulter und R\u00fccken. Er hetzte \u00fcber die letzte Stufe, glitt aus und fiel.<br \/>\n\u201eSchei\u00dfe.\u201c<br \/>\nOliver rollte zur Seite. Sein Vater war \u00fcber ihm. Der Dolch kratzte unkontrolliert \u00fcber das Holz und zog eine tiefe Furche in den Lack. Ohne nachzudenken, riss Oliver seinen Ellbogen hoch, und das Messer polterte ein paar Stufen hinab. Ein brutaler Hieb traf ihn unter dem Auge, sein Kopf schlug hart auf den Boden. Im letzten Augenblick konnte er sich dem Gri\ufb00 seines Vaters entwinden, rutschte dadurch aber \u00fcber den Treppenabsatz, dessen Kante sich in seine Wirbel bohrte. Eine Faust traf ihn gegen die Brust und trieb ihm alle Luft aus den Lungen. Lichtblitze zuckten hinter seinen Lidern. Er erwartete die n\u00e4chsten Schl\u00e4ge, die ihm s\u00e4mtliche Knochen brechen w\u00fcrden, doch sie blieben aus.<br \/>\nDie Treppe bebte stattdessen erneut.<br \/>\nOliver stemmte sich hoch. Ein paar Stufen unter ihm lauerte sein Vater, sprungbereit, das Messer wieder in der Hand. Ein unmenschliches Grollen drang aus seiner Kehle. Oliver wollte zur\u00fcckweichen, aber sein K\u00f6rper versagte. Das Monster w\u00fcrde von unten zusto\u00dfen und ihn vom Bauch bis zur Kehle aufschlitzen. Sein Vater duckte sich bereits wie ein Panther vor dem todbringenden Sprung.<br \/>\nWeg!<br \/>\nNein, er musste sich wehren, ihn die Stufen hinabsto\u00dfen!<br \/>\nJetzt oder nie.<br \/>\nOliver klammerte sich an das Gel\u00e4nder und zog die Beine an. In diesem Moment st\u00fcrzte sich sein Vater auf ihn. Er trat mit aller Kraft zu. Sein Vater stolperte r\u00fcckw\u00e4rts, k\u00e4mpfte um sein Gleichgewicht und fiel die Treppe hinunter.<br \/>\nOliver rutschte in den Gang zur\u00fcck, qu\u00e4lte sich auf die F\u00fc\u00dfe und lehnte sich zitternd an die Wand. Au\u00dfer Gefahr waren seine Geschwister und er noch lange nicht. Die Konstitution seines Vaters \u00fcberstieg seine bei Weitem. Was w\u00fcrde passieren, wenn dieser Irre hier oben ank\u00e4me? Er wollte sich davon keine Vorstellung machen.<br \/>\nUnter den wuchtigen Tritten seines Vaters bebte die Holz-Stahl-Konstruktion abermals.<br \/>\nOliver blickte nach unten und fuhr zusammen. Sein Vater st\u00fcrmte wieder herauf, die Klinge stichbereit . In seinen Augen lag nicht das geringste Erkennen.<br \/>\nOlivers Herz zog sich zusammen. Leben oder sterben? Die Antwort stand au\u00dfer Frage. Er w\u00fcrde nicht kampflos aufgeben.<br \/>\nIn direktem Sto\u00df zuckte die Klinge Sekunden sp\u00e4ter in seine Richtung. So nicht! Bei der heftigen Attacke bot ihm das Monstrum eine offene Angriffsfl\u00e4che. Oliver st\u00fctzte sich am Gel\u00e4nder ab, nahm Schwung und rammte ihm erneut beide F\u00fc\u00dfe vor die Brust. Bet\u00e4ubender Schmerz schoss durch seine Beine und den R\u00fccken. Wieder polterte es, als der Irre die Stufen hinabtaumelte. Oliver wurde schwarz vor Augen. Hinter seinen Lidern flimmerte grauer Nebel, der sich kaum wegblinzeln lie\u00df. Doch daf\u00fcr hatte er keine Zeit.<br \/>\nGott, wenn es dich gibt, hilf uns!, bat er stumm.<br \/>\nAngestrengt kniff er die Lider zusammen und zwang seine Ersch\u00f6pfung zur\u00fcck. . Als er die Augen \u00f6ffnete, gewann die Wirklichkeit wieder Konturen. Das Messer hatte eine dunkle Spur kleiner Spritzer auf den Stufen hinterlassen und lag weiter unten. Eine Bewegung lenkte Olivers Aufmerksamkeit jedoch um. In den Schatten wogten Nebel auf, als sein Vater schwerf\u00e4llig auf die F\u00fc\u00dfe kam. In seinen Augen funkelte pure Mordlust. Wie Jack Nicholson \u2026<br \/>\nOliver schluckte trocken und wich wiederholt einen Schritt zur\u00fcck, sodass er gegen die Wand stie\u00df. Der Abstand zu seinem Vater hatte sich erheblich vergr\u00f6\u00dfert, au\u00dfer Gefahr waren sie dennoch nicht. Er vergeudete wertvolle Zeit!<br \/>\nHektisch wirbelte Oliver herum und lief in den Flur. Die Kinderzimmert\u00fcr flog auf und einer der Zwillinge sprang ihm in den Weg.<br \/>\n\u201eOlli?\u201c<br \/>\nEntsetzt zuckte er zur\u00fcck, bevor er seinen Bruder umrannte. Michael prallte von ihm ab und blieb vor Marc und Ellis T\u00fcr stehen. Er weinte stumm. In seinen Fingern hielt er einen Schirm, den er als improvisierte Waffe schwang. Panische Angst flackerte in seinen hellen Augen, trotzdem sah er ihm entschlossen entgegen. Unsanft schubste Oliver ihn in sein Zimmer zur\u00fcck. Gegen das Licht der Stra\u00dfenbeleuchtung erkannte er die Silhouette Christians, der sich mit einem kleinen Holzhammer bewaffnet hatte. Instinktiv sprang auch er sie an und schlug zu. Es tat nicht weh, trotzdem zuckte Oliver. Aus der Abwehrbewegung stie\u00df er seinem Bruder die Hand vor die Brust. Christian stolperte zur\u00fcck.<br \/>\n\u201eRaus hier!\u201c, br\u00fcllte Oliver mit \u00fcberschnappender Stimme.<br \/>\nMit Tr\u00e4nen in den Augen und schmerzverzerrtem Gesicht wimmerte Christian. \u201eOlli, was ist los?\u201c<br \/>\nAuf der Treppe h\u00f6rte er bereits seinen Vater. Unwirsch wies Oliver mit dem Kopf auf das Fenster. \u201eKlettert auf die Garage! Ich hole Marc und Elli.\u201c<br \/>\nDie Augen Christians weiteten sich fragend. \u201eAber \u2026\u201c<br \/>\nHinter ihnen polterte es im Treppenhaus. Panik rann gl\u00fchend durch Olivers Adern. \u201eFlieh mit Micha! Ruft die Polizei!\u201c<br \/>\nOhne auf eine Antwort zu warten, zog er die T\u00fcr des Zimmers hinter sich zu und st\u00fcrzte in den Nebenraum. Elli kam ihm weinend entgegengelaufen. Sie klammerte sich an ihn. Unsanft befreite er sich und warf hinter sich die T\u00fcr ins Schloss. Aus dem Zimmer der Zwillinge h\u00f6rte er, wie das Fenster ge\u00f6ffnet wurde. Schritte im Kies auf der Garage folgten. Einen Augenblick sp\u00e4ter gellte ein Schmerzensschrei aus dem Garten. Michael begann zu weinen, Christian rief ihm zu und sprang selbst. Als sich die Stimmen der beiden entfernten, atmete Oliver auf. Nun musste er nur noch Marc und Elli nach drau\u00dfen bringen. Doch bevor er den Gedanken in die Tat umsetzen konnte, schlug sein Vater bereits wieder gegen die T\u00fcr. Das Schloss hielt dem ersten Ansturm stand. Ein weiteres Mal w\u00fcrde seinem Vater dieser Fehler aber nicht unterlaufen.<br \/>\nOliver stemmte sich gegen das T\u00fcrblatt und tastete nach dem Schl\u00fcssel. Er fehlte. Verdammt \u2026<br \/>\nHitze und K\u00e4lte rannen durch seine Adern. Sein Vater dr\u00fcckte die Klinke hinunter. Wenn er sich dagegendr\u00fcckte , waren sie geliefert. So viel Kraft hatte er nicht.<br \/>\n\u201eNimm Marc und versteck dich!\u201c, hauchte Oliver.<br \/>\nElli sch\u00fcttelte vehement den Kopf. Sie krallte sich in seine Hose und rieb ihr fiebriges, feuchtes Gesicht an seinem Bein. Tr\u00e4nen rannen \u00fcber ihre Wangen. Mit beiden H\u00e4nden umklammerte sie seinen Oberschenkel.<br \/>\n\u201eElli, weg!\u201c Oliver versuchte, sich von ihr zu befreien. Doch ihm blieb nicht die Zeit, etwas zu unternehmen. Sein Vater warf sich erneut gegen die T\u00fcr, Holz splitterte.<br \/>\nIch bin tot, wir alle sind tot!, schoss es Oliver durch den Kopf. Im n\u00e4chsten Moment katapultierte die Wucht ihn durch den halben Raum. Er riss seine kleine Schwester von den F\u00fc\u00dfen und begrub sie unter sich. Elli schrie vor Schmerzen und Angst auf. Erschrocken rollte er sich herum und dr\u00fcckte sie von sich aus der Reichweite seines Vaters.<br \/>\nDer Anblick des blutigen Riesen raubte ihm allen Mut. Wie gel\u00e4hmt starrte er seinen Vater an. \u201eNicht! Marc und Elli sind Kinder, du darfst sie nicht t\u00f6ten!\u201c<br \/>\nDoch sein Vater war mit einem Sprung bei ihm. Hart griff er in seine lange Locken und verkrallte sich darin.<br \/>\n\u201eNicht \u2026\u201c<br \/>\nStechender Schmerz zuckte durch Olivers Kopfhaut in seinen Nacken. Brutal riss sein Vater ihn herum und stie\u00df ihn gegen Marcs Bettchen.<br \/>\nNichts geschah. Kein Geschrei von Marc.<br \/>\nOliver verlor den Gedanken, als er zu Boden fiel. Ihm wurde schwindelig und schlecht. Ein Faustschlag traf ihn zwischen den Schulterbl\u00e4ttern. Er h\u00f6rte seine Knochen brechen, w\u00e4hrend alle Luft aus seinen Lungen getrieben wurde. Durch die wirbelnden Nebel seiner Ersch\u00f6pfung nahm er nur noch wenig wahr. Alle Empfindungen sanken zu einem bet\u00e4ubenden Nichts herab. Elli zerrte an ihm. Das Gef\u00fchl versickerte. Heiser weinte sie, schniefte, verstummte \u2026<br \/>\nWarum schrie Marc nicht? Der Gedanke hinterlie\u00df nun eine gl\u00fchende Spur, die ihn elektrisierte. Trotzdem reichte der Schrecken nicht, dass er sich hochstemmen konnte.<br \/>\nKleine, hei\u00dfe Kinderh\u00e4nde suchten nach Halt. Oliver zog Elli eng an sich und kr\u00fcmmte sich zusammen. Sie wagte nicht mehr, irgendeinen Laut zu verursachen. Das bebende hei\u00dfe B\u00fcndel Mensch in seinen Armen war voller Leben und Angst.<br \/>\nNoch.<br \/>\nIn der Sekunde drang die Klinge in sein gebrochenes Schulterblatt. Der Schock benebelte seinen Schmerz, nur, um einen Herzschlag sp\u00e4ter doppelt so stark zu explodieren. Oliver schrie. Es klang fremd in seinen Ohren. Ellis d\u00fcnnes Weinen setzte ein, mischte sich in seine Stimme. Keuchend vergrub er das Gesicht in ihrem Haar, vor seinen Augen tanzten Blitze, etwas rauschte. War das sein eigenes Blut in den Ohren? Das Ger\u00e4usch war so laut, dass es Elli \u00fcbert\u00f6nte und ihn in einen grauen Strudel aus Erinnerungslosigkeit zu rei\u00dfen drohte.<br \/>\nElli, kleine Elli \u2026<br \/>\nSein Vater zerrte ihn an den Haaren hoch. Der Schrei seiner Schwester drang tief in sein Herz. Oliver klammerte sich an sie. Wieder erinnerte er sich an Marc. Sein j\u00fcngster Bruder lag vollkommen ungesch\u00fctzt in seinem Bett. Er w\u00e4re ein leichtes Opfer &#8230;<br \/>\nBlindlings tastete Oliver nach ihm. Seine Finger umklammerten das Holzgitter und ber\u00fchrten Marcs winzige F\u00fc\u00dfe. Der Kleine war ihm so nah, zugleich aber unendlich weit entfernt. Sein kleiner Bruder wirkte v\u00f6llig bewegungslos \u2026<br \/>\nWarum schrie Marc nicht? Warum strampelte er nicht?<br \/>\nTot \u2026<br \/>\nOliver konnte die Stimme in seinem Inneren nicht festhalten. Instinkte verdr\u00e4ngten den Verstand.<br \/>\nFort.<br \/>\nIn einem letzten Aufb\u00e4umen warf er sich nach vorne. Er sp\u00fcrte, wie ihm sein Vater dadurch die Haare b\u00fcschelweise ausriss. Dumpf und fern f\u00fchlte sich der Schmerz an \u2013 fremd. Er fiel hart zu Boden, wobei er den weichen K\u00f6rper Ellis unter sich begrub. Seine Schwester keuchte atemlos und weinte nun ungehemmt. Er h\u00f6rte schwach ihren rasselnden Atem. Mit ihren kleinen \u00c4rmchen k\u00e4mpfte sie gegen sein erdr\u00fcckendes Gewicht an. M\u00fchsam zog er die Beine an den Leib. Es kostete ihn unendlich viel Kraft, aber sie bekam dadurch etwas mehr Freiraum.<br \/>\nDas Messer traf ihn wieder, aber nicht tief. Sein Vater zog es aus seinem K\u00f6rper. Eine Woge bet\u00e4ubender Erleichterung raste durch seinen Verstand, nur um erneut in Agonie zu explodieren, als die Klinge wieder in ihn eindrang, wieder und immer wieder.<br \/>\nOliver glaubte, die Schmerzwellen zu f\u00fchlen, die durch seine Nerven bis in die Fingerspitzen schossen. Seine Welt versank in blutigen Schleiern und panischer Angst, w\u00e4hrend er Elli unter sich barg. All seine Empfindungen stumpften ab. Der letzte Gedanke galt seinem Vater: Warum?<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute habe ich von HOMO Littera das neue Cover bekommen, den Link des Verlages und die Sicherheit, dass das Buch in K\u00fcrze erscheinen soll. Ich muss sagen, ich bin echt froh dar\u00fcber, besonders weil Juliane mir auf QUEER gelesen das Okay gegeben hat, das Buch vorzustellen. 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