{"id":1351,"date":"2018-04-13T19:08:04","date_gmt":"2018-04-13T19:08:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.schattengrenzen.de\/?page_id=1351"},"modified":"2023-01-29T16:49:52","modified_gmt":"2023-01-29T16:49:52","slug":"projekte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.schattengrenzen.de\/?page_id=1351","title":{"rendered":"Unstillbarer Hunger"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1360\" aria-describedby=\"caption-attachment-1360\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1360\" src=\"https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2187095_1920-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2187095_1920-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2187095_1920-600x338.jpg 600w, https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2187095_1920-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2187095_1920-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2187095_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1360\" class=\"wp-caption-text\">WW1 Sch\u00fctzengraben<br \/>\u00a9 bmewett<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unstillbarer Hunger beschreibt\u00a0 unkontrollierbare Gier. Hier ist es nicht nur die nach Nahrung, auch wenn sie in der Zeit der Entbehrungen und der Armut das Zentrum des Denkens und F\u00fchlens ist. Es ist das Verlangen, das durch nichts gestillt wird, gleich wieviel man davon bekommt. Heinrich Wolff lernt das auf die h\u00e4rtest m\u00f6gliche Weise, indem er get\u00f6tet wird. Gerissen stimmt vielleicht sogar eher. Dennoch kommt er zur\u00fcck und leidet fortan an derselben Gier.<\/p>\n<p><em>&#8220;Er schaute zur Treppe zur\u00fcck. Sollte er doch den Versuch wagen? Aber dazu musste er in den Keller. Er befeuchtete nerv\u00f6s die Lippen und fuhr sich mit einem Finger unter dem Hutband entlang. Im Untergeschoss war er diesem Wesen ausgeliefert, sollte es ihn erwischen. Es gab so gut wie keine Fluchtm\u00f6glichkeiten. &#8220;<\/em><br \/>\nZitat: Unstillbarer Hunger &#8211; Prolog \/ 23.12.1916<\/p>\n<p>Aus dem &#8211; bislang aus Kurzgeschichten bestehenden &#8211; Konstrukt um Heinrich Wolff ist eine d\u00fcstere Geschichte geworden. Nicht nur der Inhalt ist finster, auch die Zeit, in der sie angesiedelt ist. Unstillbarer Hunger beginnt 1916 und endet 1918. Hier ein kurzer Einblick:<\/p>\n<p><em>&#8220;Heinrich ist kein Held, im Gegenteil. Er ist Pazifist und verweigert sich gegen den Kriegsdienst. Als er Zeuge eines bestialischen Mordes wird, ger\u00e4t er in den Fokus zweier unnat\u00fcrlicher J\u00e4ger und wird selbst zum Opfer. Schwer entstellt und voller Hunger kehrt er von den Toten zur\u00fcck. Ihm bleibt nichts anderes \u00fcbrig, als seinen Liebhaber Konrad in den Krieg zu folgen, in der Hoffnung zu fallen. Allerdings lassen seine neugewonnenen Instinkte nicht zu, dass er stirbt. So rettet er sein Bataillon von einer Schlacht zur anderen.<\/em><br \/>\n<em>Im Sommer 1918 kehren Heinrich und Konrad in ein ausgehungertes, kriegsm\u00fcdes Mainz zur\u00fcck. Die Stadt wird von einem Kindesentf\u00fchrer und -m\u00f6rder heimgesucht. Heinrich denkt unweigerlich an seine beiden M\u00f6rder und will sich an den damals ermittelnden Kommissar wenden, der jedoch im Krieg gefallen ist. Der vom Leid und Hunger geplagte Hilfskommissar schenkt ihm keine Beachtung. Daf\u00fcr die sechszehnj\u00e4hrige Anni, bei deren Familie Heinrich und Konrad nach der R\u00fcckkehr untergekommen sind.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Mit dieser Geschichte bin ich beim Wettbewerb f\u00fcr das PAN-Stipendium2022 nominiert worden und auf die Shortlist gekommen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1358\" aria-describedby=\"caption-attachment-1358\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1358\" src=\"https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2111969_1920-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2111969_1920-300x204.jpg 300w, https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2111969_1920-600x408.jpg 600w, https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2111969_1920-768x523.jpg 768w, https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2111969_1920-1024x697.jpg 1024w, https:\/\/www.schattengrenzen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ww1-2111969_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1358\" class=\"wp-caption-text\">WW1 &#8211; Flandern Belgien<br \/>\u00a9 Mattredding<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit &#8220;Der Misanthrop&#8221; begann die Geschichte um Heinrich, auch wenn ich ihm damals keinen Namen zugestanden hatte. Die Kurzgeschichte spielt 2012.<\/p>\n<p>In der zweiten Gesichte &#8220;Hunger&#8221; (bereits eine Novelle) erz\u00e4hle ich die Geschichte, wie er zu einem J\u00e4ger wird. Mainz, 1916 &#8211; der Hungerwinter, auch Steckr\u00fcbenwinter genannt &#8211; in dem die Armut die Bev\u00f6lkerung in den gro\u00dfen St\u00e4dten bereits in die Knie gezwungen hat. Hier erlebt der Leser Wolff lebendig und als einen nachdenklichen, jungen Mann, der sich weigert, in den Krieg zu ziehen. Wolff ist ein Kommunist und Anh\u00e4nger von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Er kann sich nicht vorstellen, zu t\u00f6ten. Damit ger\u00e4t er in den Fokus des &#8220;Lanzers&#8221;.<\/p>\n<p>In der dritten Geschichte &#8220;Warte, warte nur ein Weilchen &#8230;&#8221; ist Wolff bereits ein J\u00e4ger, entstellt, weil er den Kampf gegen den Lanzer \u00fcberstanden hat &#8211; richtiger, weil er ins Leben zur\u00fcckgekehrt ist. Von seiner einstigen Sch\u00f6nheit ist (nat\u00fcrlich) rein gar nichts zur\u00fcckgeblieben. Zerbissen, wie nach\u00a0 einem Angriff von einem Raubtier, vernarbt durch tiefe Schnitte in Gesicht und K\u00f6rper, aber z\u00e4her denn je. Er hat gelernt zu k\u00e4mpfen und zu t\u00f6ten. Trotzdem \u00e4ndert sich seine Einstellung gegen den Krieg nicht.<br \/>\nEs geht auf das Ende des 1. Weltkrieges zu und er kommt zusammen mit einem Geliebten Konrad von der Front zur\u00fcck. Sie sind beide als Soldaten ausgezeichnet worden und Konrad ist versehrt. Aber zur\u00fcck in Mainz finden sie keinen Frieden. Ein neuer J\u00e4ger wildert im K\u00e4strich und bedr\u00e4ngt Anni, die Tochter der Familie, bei der die beiden M\u00e4nner zur Untermiete wohnen. Wolff f\u00fchlt sich an den Hungerwinter zur\u00fcckerinnert. Aber dieses Mal haben sie es mit einem J\u00e4ger zu tun, der sich bestens tarnen und verstecken kann, jemand, der aus seinem Bau heraus jagt und Kinder bevorzugt &#8230;<br \/>\nEine Fortsetzung, die direkt an &#8220;Hunger&#8221; anschlie\u00dft, ist in Arbeit und hat den Arbeitstitel &#8220;Lazarus&#8221;.<\/p>\n<p>F\u00fcr Julianes Anthologie &#8220;<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B07PS13X1V\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Like a bad Dream<\/a>&#8221; erschienen 2019, habe ich eine weitere Geschichte um Wolff, Konrad und Anni geschrieben, die noch einmal den letzten Kriegssommer 2018 aufgreift, die R\u00fcckkehr aus den Sch\u00fctzengr\u00e4ben in ein normales Leben, aber auch den Horror im Grabenkrieg, als die Entente im April 1917 bei Arras die Siegfriedstellung angreift. Diese Geschichte hei\u00dft &#8220;Bestie&#8221;. Dieses Mal ist es Konrad, der mit diesem Leben nicht mehr klar kommt. Auf dem Feld ist Wolff f\u00fcr ihn ertr\u00e4glich, weil es kaum unversehrte M\u00e4nner gibt, aber zu Hause, im vertrauten Umfeld, ertr\u00e4gt er seinen entstellten Gef\u00e4hrten nicht mehr. Seine Abscheu erreicht einen neuen H\u00f6hepunkt, der sich grausam zu entladen droht &#8230;<\/p>\n<p><em>&#8220;Heinrich war eine Bestie und der Krieg seine Tafel.&#8221;<\/em><br \/>\nZitat, Bestie<\/p>\n<p>2021 erschien die Geschichte &#8220;Staub&#8221; in der Anthologie &#8220;<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B09N2WP2WL\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">When skies are falling<\/a>&#8221; im Tagtr\u00e4umer-Verlag. Protagonisten sind Wolff und K\u00e4the, eine alternde Ordensschwester. diese Geschichte spielt wieder 1917 im April, auf einem Bauernhof nahe Arras, der zu einem Lazarett umfunktioniert wurde. K\u00e4the wird bei einem Treffer zusammen mit Wolff in dem Keller versch\u00fcttet. Beide m\u00fcssen sich ihren \u00c4ngsten stellen und finden dabei die Monster in sich, aber auch Halt in dem jeweils anderen. Besonders Wolff f\u00fcrchtet Keller, schlie\u00dflich ist er in einem ermordet worden.<\/p>\n<p>&#8220;<em>Aus dem Augenwinkel bemerkte sie ein Blitzen. Einen Moment sp\u00e4ter explodierte eine gewaltige Flammenlohe. Dann rollte ein Beben durch den Boden, sodass die Fensterl\u00e4den gegen die Wand schlugen und Scheiben barsten. K\u00e4the schrie. Sie wurde von den F\u00fc\u00dfen gehoben. Am Rande ihrer Wahrnehmung bemerkte sie, dass die Druckwelle sie gegen den Gefreiten schleuderte. Er hielt sie, duckte sich mit ihr in den Dreck. Ein Wort, vielleicht ein Name, kam \u00fcber seine Lippen. M\u00fchsam befreite sie sich und rang nach Luft. Erst jetzt bemerkte sie das rote Flackern in dicken, fettig schwarzen Wolken. Der Himmel brannte. K\u00e4the stockte der Atem.<br \/>\nEine weitere Druckwelle lief durch den Boden und sprengte Erde, Ger\u00f6ll, Stein und Holz weit in die Luft. Grauer Nebel, in dem Asche rot gl\u00fchte, legte sich \u00fcber sie. K\u00e4the schnappte nach Luft und hustete.&#8221;<br \/>\nZitat, Staub<\/em><\/p>\n<p>Der Misanthrop &#8211; <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3942903008\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kalt glimmen die Sterne<\/a>, Sphera Verlag<br \/>\nHunger &#8211; <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B01255UN22\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zusammen finden<\/a>, Benefizanthologie<br \/>\nWarte, warte nur ein Weilchen &#8211; <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3848224690\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mittendrin und Nirgendwo<\/a>, Benefizanthologie<br \/>\nBestie &#8211; <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B07PS13X1V\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Like a bad Dream<\/a>, Benefizanthologie<br \/>\nStaub &#8211; <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B09N2WP2WL\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">When skies are falling<\/a>, Antoligie<br \/>\nIn einem Atemzug &#8211; <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B09J4Q9DL5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urban Fantasy going Queer<\/a>, Anthologie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unstillbarer Hunger beschreibt\u00a0 unkontrollierbare Gier. 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