Krimi

Die Stadt der Machinenmagie – Textauszüge

Hallo ihr Lieben,

dieses Mal habe ichz ein paar Textauszüge aus dem ersten Buch für euch … und auch einen aus dem 2. Band 😉

Kapitel 1 – Blutiger Staub
Als der Säbel gegen Schwert und Parierdolch prallte, schoss scharfer Schmerz durch Gwenaels Handgelenke und explodierte in den Ellbogen. Sein Gegner hatte den Schwung, den er aus dem Galopp mitbrachte, voll ausgenutzt. Ein ungesundes Knirschen begleitete den Schlag. Gwenaels Finger fühlten sich taub an. Zumindest konnte er seine Waffen halten – noch. Er krampfte die Faust um das schweißfeuchte Leder und lenkte den Schlag ab. Der Griff seines Schwertes geriet ins Rutschen. Wie lange war er noch in der Lage zu kämpfen?
Glücklicherweise nahm der Pareshi keine weitere Notiz von ihm. Er jagte durch das Heer und hackte blindwütig mit seinem Schwert um sich. Sinnlos, ihm nachzusetzen.
Er musste sich vorbereiten. Die nächsten Gegner kamen bereits auf ihren Pferden angesprengt. Auf dem harten, sandigen Boden suchte er nach festem Stand.
Sein Atem ging stoßweise. Das Tuch vor Mund und Nase machte es unmöglich, tief Luft zu holen. Er sog nur speichelfeuchten Stoff ein, in dem sich aufgewirbelter Sand und Dreck gefangen hatten.
Ihm wurde heiß, zugleich kühlten seine Finger aus. In seinen Ohren gewann das Rauschen des Blutes an Kraft, sodass es den Lärm der Schlacht übertönte. Für einen Moment engte sich Gwenaels Sicht ein. Lichter flackerten vor seinen Augen, und Schwärze rann in seine Wahrnehmung des Schlachtfeldes.
Was war das?
Erschrocken blinzelte er, bis sich das Bild klärte. Zurück blieb ein hohes, anhaltendes Pfeifen, das sich in seinen Ohren sammelte, zusammenzog und ausdehnte.
Jemand rammte ihn schräg von vorn in die Seite. Ein Tritt. Der Stiefel tat in den Rippen weh, ungeachtet des Kürras.
Gwenael spannte sich instinktiv und versuchte sich abzufangen, doch es war zu spät. Der Boden kam auf ihn zu. Er rollte sich schwerfällig über die Schulter ab.
Im gleichen Moment mischte sich das Trommeln von Hufen in den Kampflärm und schlug in heftigen Druckwellen über ihn hinweg. Ein dumpfer Knall erklang und wurde fortgerissen. Das Pferd brach in sich zusammen und zerschmetterte seinen Reiter.
Das war nah, viel zu nah.
Gwenael kam unsicher auf die Füße. Die Welt drehte sich, pendelte, fand kein Gleichgewicht mehr. Er versteifte sich, bis der Boden aufhörte zu schwanken und nur noch unter dem Stampfen von vielen Hufen bebte.
Der Geruch nach Blut, Fäkalien, Tier und Schweiß überwältigte ihn. Sein Magen zog sich zu einem steinernen Klumpen zusammen.
Dicht neben ihm setzte Orins helle, riesenhafte Gestalt über den toten Pferdeleib. In seiner Hand lag eine der langrohrigen, doppelzügigen Jagdbüchsen. Rauch kräuselte sich aus dem Lauf und wurde von der Druckwelle der heranrasenden Reiterattacke davongerissen.
„Danke, Orin …“
Rufe – rasche Warnungen, die sich wie ein Lauffeuer ausbreiteten – gellten in der vertrauten Sprache Valvermonts von vorn und von links. Unter dem Rauschen seines Blutes, seinem Keuchen und dem Hämmern seines Herzens begriff er deren Sinn kaum. Was war geschehen?
Orin rammte ihm die Faust gegen den Oberarm. Der Hieb raubte Gwenael beinah das Gleichgewicht. Taumelnd fing er sich.
Orins fahle Augen waren vor Entsetzen geweitet. „Gwen, sie überrennen uns!“
Durchbruch!
Für einen Moment glaubte Gwenael, dass sein Herz aussetzte. Eisiger Schrecken kroch ihm in die Glieder und flutete seinen Verstand.
Er versteifte sich. Der Schock lieferte neue Kraft, keine Zeit für Erschöpfung. Er musste seine Leute sammeln, sich zurückziehen und den Posten aufgeben. Es brachte nichts, sie in einem sinnlosen Kampf um eine tote Grenzzone zu opfern. Sie konnten nicht mehr gewinnen. Dafür waren sie viel zu wenige.
„Rückzug!“ Gwenaels Stimme wurde von dem verfluchten Tuch bis zur Unkenntlichkeit gedämpft. Er riss es sich von den Lippen. „Rückzug!“
Schemenhaft nahm er zwischen den Reitern seine Soldaten wahr, die sich wehrten. Die Dummen, die Helden, wurden niedergeritten, von Säbeln und Bolzen niedergestreckt. Die Klugen verschwanden. Sein Ruf wurde durch die Reihen weitergetragen, nicht mehr als ein undeutliches Echo.
Er presste die Kiefer aufeinander. Sand knirschte zwischen seinen Zähnen. Seine Nase trocknete aus. Er war einfach nicht für diese Gegend geschaffen, nicht wie die Pareshi.
Sie lebten in dieser Einöde, hatten sich an die Umgebung angepasst und ihr General Nandhi war ein weiser, geschickter Mann. Er nutzte das Klima und die örtlichen Gegebenheiten, trieb Gwenaels kleines Heer aus der Sicherheit der Berge in die Steppe. Er wusste, dass Valvermonts Soldaten keine Rückendeckung aus Sarina zu erwarten hatten. Hier konnte er sie aufreiben.
Insgeheim zollte Gwenael ihm und seinen Offizieren Respekt. Kein noch so gut aufeinander eingespieltes Heer konnte der schieren Masse, die der General zur Verfügung hatte, widerstehen. Er führte Unmengen unerfahrener Krieger in die Schlacht. Sie reagierten unkontrollierbar und hysterisch, nicht geordnet. So beschäftigte Nandhi den Gegner, während seine Berufssoldaten die Versorgungszüge überfielen und aufrieben. Er bestimmte zweifelsohne das Schlachtfeld, ordnete es neu, um im passenden Moment seine Elite-Reiter zu schicken.
Gwenael verlor die Gedanken, als der nächste Reiter auf ihn eindrang. Eine Klinge schnitt durch die staubige Luft. Rasch wich er dem Angriff aus, nur um einen von unten geführten, ungeschickten Schlag gegen den Bauch des Pferdes anzusetzen. Das Tier tänzelte instinktiv zur Seite. Sein Reiter dagegen hatte scheinbar keinerlei Ahnung, was er tat. Er hackte mit dem Säbel nach unten und rammte dem aufgeregten Tier die Fersen in die Flanken.
Glücklicherweise gehorchte es ihm nicht.
Das Pferd bäumte sich auf. Eine bessere Chance würde sich Gwenael nicht bieten. Er tauchte unter dessen Leib hindurch und schlitzte den Bauch auf. Mit einem fast menschlichen Laut warf sich das Pferd herum. Der Sattelgurt schnitt in die Wunde. Blut und Därme quollen hervor. Sein Reiter konnte sich nicht mehr halten. Er stürzte, nur um einen Moment später von seinem Ross begraben zu werden.
Mitleid für Mann und Pferd? Dazu blieb Gwenael keine Zeit.
„Gwen!“
Orin drehte sich mitten in der Bewegung zu ihm um. Was immer er in der Hand gehalten hatte, es traf Gwenael vor der Brust. Sofort ließ er Schwert und Dolch fallen und griff zu. Erst jetzt wurde ihm bewusst, was der Priester ihm gereicht hatte – sein Gewehr. Eine Ladung hatte es noch.
Die nächste Welle Reiter zog in irrer Geschwindigkeit an ihnen vorbei. Der Boden bebte. Hufe wirbelten Brocken steinharter, ausgedörrter Erde auf.
Seine Sicht veränderte sich. Sonnenlicht fiel durch aufgewirbelten Staub. Sandige Schleier hinterließen ein unwirkliches Bild über dem Schlachtfeld. Gerüstete Schatten prallten bei ihrem Rückzug erneut aufeinander, während Reiter alles auf dem Boden Kämpfende niedermähten. Sie achteten nicht darauf, ob es ihre eigenen Landsleute waren.
Einer von ihnen war halb wahnsinnig in seinem Blutrausch. Er kannte kein Maß mehr und erschlug alles, was ihm in den Weg kam. Ein Berserker!
Gwenael riss die Waffe hoch, lud durch, zielte und drückte den zweiten Zug ab. Der Rückstoß traf hart gegen seine Schulter. Durch die Panzerung spürte er dennoch nur den Aufprall, keinen Schmerz. Blassblaues Feuer flammte vor der Mündung auf.
Pferd und Reiter stürzten in einen Pulk Soldaten mit den staubigen, blutverspritzten Brustpanzern Valvermonts. Sofort schloss sich die Masse über ihnen.
Gwenael wechselte die Waffe in die Linke, um mit der Rechten sein Schwert aufzuheben. Gewehre waren fremdartig, monströs und grausam, denn sie töteten weitaus schneller und heftiger als Armbrüste und Bögen. Die Streuwirkung riss nicht nur eine Person in den Tod, sondern auch alle umstehenden.
Trotzdem …
Blaues Mündungsfeuer flammte auf, ganz nah. Im gleichen Augenblick verzehrte weißglühender Schmerz sein Bewusstsein. Getroffen. Etwas hatte ihn getroffen. Wo, ließ sich nicht lokalisieren. Alles tat weh.
Er rang nach Luft. Die Schmerzen peitschten auf und schnürten ihm den Hals zusammen. Seine Brust wollte sich nicht füllen …
Die Welt kippte. Der Aufprall drang nur schwach durch den Nebel seiner Empfindungen.
Rüstung und Geschosse bohrten sich durch Stoff und Haut. Vor seinen Augen tanzten Lichtreflexe, die in gleißender Helligkeit die Schlacht verbrannten, bis lediglich blendendes Weiß übrig blieb. Das hohe Pfeifen brandete zu neuer Gewalt auf, raubte jeden Eindruck, überschwemmte die Realität. Der Laut füllte seinen Kopf, ließ ihn schweben, bis er nichts mehr empfand.
Wenn der Tod nur so gnädig blieb.
Gwenael sank in sich zusammen. Die leichte Bewegung zerschnitt ihn innerlich und trieb ihn an den Rand der Bewusstlosigkeit. Aber der Schmerz ebbte nicht ab. Bohrend manifestierte er sich irgendwo zwischen Verstand und Leib. Jeder Atemzug riss tiefere Wunden. Die Splitter bohrten sich in seine Eingeweide. Flüssige Lava rann durch seine Kehle. Magensäure mischte sich mit Galle und Blut. Er würgte.
Sollte es das gewesen sein? Unrühmliches Leben, elender Tod.
Taubheit kroch in seine Finger. Mit der Finsternis kam die Kälte, die Betäubung, das Nichts.

Kapitel 6 – Begegnungen
Jaleel hielt nichts mehr in der Nähe der Wache. Die fahlen Augen des Orcs hatten sich in seinen Kopf gefressen. Selbst mit geschlossenen Lidern sah er sie vor sich. Sie verfolgten ihn.
Nachdem er die besseren Straßen des Künstlerviertels hinter sich gelassen und die engen Seitengassen der Weststadt erreicht hatte, ließ der Druck nach. Er gab die Flucht auf und verfiel in einen schnellen Schritt. Bis hierher konnte ihm dieser Kerl nicht folgen.
Schweißpolster hatten sich zwischen seinen Beinen gebildet. Die Haut fühlte sich schmierig an. Hemd und Stiefel rieben. Erst jetzt nahm er sein rasendes Herz und seine Atemlosigkeit wahr. Der Stahlring, der sich bisher um seinen Brustkorb gespannt hatte, dehnte sich. Obwohl er zügig ging, konnte er wieder Luft holen.
Schließlich wurde er langsamer und blieb stehen. Wo befand er sich eigentlich? Im ersten Moment kam ihm die Umgebung fremd vor. Rechts und links der Gasse erhoben sich steinerne Wände. Das allgegenwärtige Bild des Fachwerks fehlte. Schatten fingen sich dazwischen und tauchten den Weg in ein dämmriges Licht.
Bei seiner kopflosen Flucht hatte Jaleel die Orientierung verloren.
Dicht vor ihm kreuzte eine Straße, in die etwas mehr Licht fiel. Er ging weiter, blieb an der Hausecke stehen und sah sich um. Die Straße stieg steil an und verlor sich zwischen den aufeinander zusinkenden Hauswänden. Stufen überbrückten Höhenunterschiede: die Klippentreppe.
Die charakteristischen Aromen von feuchtem Mauerwerk und Schimmel hingen zwischen den hohen, schlecht verputzten Wänden. Der Meereswind erreichte die Gassen nicht.
Das Licht nahm ab. Mit einem Mal wurde es kühler.
Verwundert hob Jaleel den Kopf. Über ihm hatte sich eine dichte, undurchdringliche Wolkendecke zusammengezogen. Sie hing erschreckend tief. War sie es, die ihn schwitzen und keuchen ließ?
Wärme und nahender Regen drückten die Gerüche auf die Stadt herab, bis sie zu einer beinah stofflichen Schicht komprimiert wurden. Es konnte nicht mehr lang dauern, bis das nächste Gewitter niederging.
Auf seinen Armen richteten sich die Härchen auf. In der Luft knisterte es. Dumpfes Grollen drang vom Meer herüber und brach sich in den Gassen. Der erste Tropfen traf seine Stirn, direkt zwischen die Hörner.
Jaleel sah zu Boden. Die Kopfsteine waren noch hell vom Staub. Nein, der nächste dicke Tropfen zerplatzte auf dem Stein und ergoss winzige Spritzer über das ausgetrocknete Moos und das dürre Gras in den Fugen. Da der nächste – und noch einer. Es wurden immer mehr, immer schneller fiel der Regen herab.
Rasch schlug er den Kragen hoch. Das Gefühl des Wassers, das über seinen Hals in sein Hemd sickerte, das beständige Reiben des groben Stoffes unter dem feuchten Leder, bescherte ihm eine Gänsehaut. Er begann zu frieren. Blieb nur zu hoffen, dass sein Körper nicht auskühlte. Ganz davon abgesehen war es während eines Gewitters zwischen den eng stehenden Gebäuden nicht ungefährlich. Wenn der Blitz einschlug oder der Sturm die Schindeln herab fegte, wurde es unangenehm.
Um ihn mischte sich das silbrig helle Rauschen des Wassers in das Wispern und Murmeln, die Gesprächsfetzen, das Geschrei und die alltäglichen Geräusche aus den Häusern. Laute ohne Richtung, ohne Gesichter. Dennoch waren sie da. Unheimlich eigentlich, denn es war fast niemand unterwegs.
Ganz in der Nähe betrieb Alain sein „Atelier“, ihren gemeinsamen Treffpunkt. Dann war seine Flucht doch nicht ganz so kopflos gewesen.
Er kam unangekündigt und konnte noch nicht viel vorweisen. Bisher hatte er zu wenig Informationen über den Commandanten gesammelt, um Alain zufriedenzustellen. Nach der Begegnung mit R’Coan und Chabod stellte sich die Frage, ob er überhaupt an diesem Auftrag weiterarbeiten wollte. Auf die Aussicht, dem Orc erneut zu begegnen, konnte er gut verzichten. Allerdings zahlte Alain gut. Geld konnte er brauchen und sei es nur, um sich eine gewisse Sicherheit zu erkaufen.
Tief in ihm regte sich ein leises Ziehen, eine warnende Stimme. Dieser Denkansatz hatte ihm schon mehrfach Schwierigkeiten bereitet.
Ärgerlich biss er sich auf die Lippe, bis ein scharfer Schmerz einsetzte.
Der Regen begann langsam unangenehm zu werden. Auf einer der Treppen, unter zwei Stützbögen, die die Wände davon abhielten, aufeinander zuzusacken, stellte er sich unter. Silbrige, immer dichter werdende Schleier prasselten herab. Das Wasser rann an den schmutzigen Fassaden herab und suchte sich in Bächen seinen Weg über die Bruchsteinwand ihm gegenüber. Gräser bogen sich in den Fugen, während kleine Moosbetten ausgespült wurden und über das Pflaster in die Rinne rutschten, die die Treppe flankierte.
Innerhalb kurzer Zeit würde ein Sturzbach schmutziger Brühe von der Klippe schießen und in den Auffangkanal laufen. Aller Dreck, der aufgeweichte Putz mancher Häuser, die alten, geborstenen Schindeln, die Fäkalien und der Müll schossen zu Tal und in die Wasserrinnen zum Meer.
Jaleel fröstelte. Wind kam nicht auf. Dennoch kühlte die Luft aus. Das lag sicher an der Wetter- und Klimamanipulation. Was hatten die Magier nur getan?
Eine ständig warme Enklave mitten in einem ursprünglich kalten Gebiet konnte einfach nicht richtig sein. Irgendwann würde sich ihr Eingreifen in das Wetter rächen, nicht nur am Rand der Wärmezone, wo es permanent stürmte und der Schiffsverkehr zur Höllenfahrt wurde. Ein einzelner heller Blitz zerriss Jaleels Gedanken.
Der folgende Donnerschlag ließ die Wände beben. Nasser Staub und Spinnweben rieselten aus dem Sturz herab.
In den fast stofflichen Schatten und dem grauen Zwielicht hatte sich ein Riss in der Fuge zur Bruchsteinwand gebildet. Muffig schimmeliger Sand bröselte heraus, wurde vom Regen ausgespült.
Er musste schlucken. Vielleicht war es doch klüger, sofort zu Alain zu gehen.
Die rauchig grauen Wolken hingen inzwischen tief über den Häusern an der Klippe. Blitze zuckten nieder, mal näher, mal etwas weiter entfernt. Teils schlugen sie mit Urgewalt in die Stadt ein, sodass die Erschütterung den Boden zittern ließ. Schreie und Rauchsäulen kündeten von den entstandenen Schäden.
Jaleel sah nicht hin und hörte nicht zu. Mit gesenktem Kopf und vor der Brust verschränkten Armen eilte er die Stufen hinauf zur nächsten Rampe an der Steilstrecke und der folgenden Quergasse.
Etwas bewegte sich am Rande seiner Wahrnehmung, im gleichen Augenblick stieß er gegen eine junge Frau. Sie taumelte. Das Haar hing in Strähnen unter ihrem Häubchen hervor. Rasch fing sie sich wieder. Ein Hauch von Ärger huschte über ihr Gesicht, bevor sie den ausgefransten Weidenkorb enger an sich drückte und weiterlief. Zeitversetzt folgte ihr der schwache Geruch nach gekochtem Kohl und Kartoffeln, der sich in den von Ozon mischte.
Wie weit war es noch zu Alain? Hoffentlich hatte er sich heute früh entschlossen, ins Atelier zu gehen, um zu malen. Bis ins Villenviertel würde Jaleel es bei diesem Wetter kaum schaffen.
Ein Blitz ging gleißend hell in der Hohlgasse nieder. Obwohl er die Augen zusammenkniff, malte eine Geisterhand die weißen Verästelungen hinter seinen Lidern nach. Er sah ihren Tanz auf dem regennassen Pflaster und roch die eigenartig brandigen Aromen. Es knisterte. Etwas zog an ihm, in ihm. In der gleichen Sekunde rollte ein Donnerschlag über ihn hinweg ins Tal. Jaleel bebte. In der ersten Sekunde konnte er sich kaum bewegen. Er wagte nicht, die Augen zu öffnen. In seinem Magen flackerte eine Feuerlohe.
Als er die Lider hob, hatte sich eine Wand in eigenartigem Muster rußschwarz verfärbt. Der Boden qualmte leicht, wo der Blitz sein Ziel gefunden hatte.
Plötzlich spürte Jaleel seinen Herzschlag deutlicher denn je. In einem Bogen umging er die Stelle und lief zur nächsten Kreuzung. Er musste sich orientieren. Irgendwo hier war es, Alain wohnte im Dachgeschoss.
Nachdenklich schaute er sich um. Man konnte diesen Abschnitt der Treppe von Alains Fenster aus sehen – die Treppe und … Er drehte sich im Kreis. Genau, das Gebäude lag mit dem turm- und minarettgekrönten Prunkpalais der Mutter des Prinzen auf einer Höhe. Selbst von hier ließen sich die blaugoldenen Mauern erkennen. Die fünf schlanken Türme ragten hoch über die Stadt hinaus. Mit ausgreifenden Schritten eilte er die enge Treppe hinauf.
Wasser troff aus seinem Zopf auf die Holzdielen. Die dunklen Flecken wirkten in dem schummrigen Licht des Treppenhauses wie geronnenes Blut. Hemd und Hose scheuerten. Durch die dumpfe Wärme begann seine Haut zu jucken. Jaleel unterdrückte den Reiz zu kratzen.
Mit einer Hand strich er sich die nassen Strähnen aus dem Gesicht und wischte sich das Wasser aus den Augen.
Der typische Geruch nach angegammeltem Ei, Öl und verschiedenen Pflanzen mischte sich mit dem Gestank des Gebäudes. Ein Hauch schweren Parfums lag in der Luft. Es roch nach Reichtum in der Gosse.
Alain war da. Er konnte ihn hinter der Tür hören.
Jaleel zögerte und fragte sich, ob er anklopfen sollte. Der Blitz und die Nässe waren ein gutes Argument, um in ein Tête-à-tête zu platzen, befand er. Kurzentschlossen hob er die Faust und hämmerte gegen das Türblatt.
Schnelle Schritte näherten sich der Tür. Alain öffnete. Er trug seine farbverspritzte Malerschürze.
Jaleel atmete innerlich auf und musterte das ernste Gesicht seines Freundes. Gefühlsregungen ließen sich auf seinen glatten Zügen nicht feststellen. Kam er doch ungünstig? Sein Mund wurde trocken.
Alain empfing hier nicht ausschließlich Modelle, zahlende Kunden und unseriöse Geschäftspartner, sondern auch seine Gespielen. So hielt er das Haus seiner Familie sauber. Bis auf die vielen Gerüchte gab es nichts, wodurch man auf unehrenhafte „Treffen“ schließen konnte.
„Störe ich?“
Alain wischte sich die verschmierten Finger notdürftig an der Schürze ab und trat zur Seite. Eine Einladung.
Durch die Fenster fiel kaum Licht. Das Gewitter war weitergezogen. Nun ging nur noch dichter, grauer Regen nieder. Bei der schwachen Beleuchtung konnte Alain nicht malen. Dazu war es trotz der Kerzen und Lampen zu dunkel. Sie verströmten den angenehmen Geruch nach heißem Petroleum und flüssigem Wachs.
Auf einem kleinen Kanonenofen brodelte Wasser. Die Schäfte von Pinseln ragten in die Luft. Leinwände lehnten an der Nordwand, auf zwei Staffeleien standen angefangene Gemälde. Waren es noch die gleichen wie vor drei Tagen? Alain gab ihm nicht die Möglichkeit, einen Blick darauf zu erhaschen.
Mit einer Kopfbewegung wies er zu dem Diwan.
Von dort kam der Parfumgeruch, vermischt mit etwas anderem. Der Eindruck von zwei Körpern, Schweiß und Sperma hing in der Luft. Er hatte wieder einmal mit irgendwem geschlafen, gerade eben erst.
Diese Vorstellung fühlte sich falsch an. Das Echo eines schwachen Stichs drängte in Jaleels Herz. Nein, auf dem Diwan wollte er nicht sitzen.
Alain schüttelte seine schulterlangen Locken, die sich aus dem Zopf gelöst hatten, zurück und nickte zu dem grob zusammengezimmerten Holzregal an der Nordwand. „Nimm dir ein paar saubere Tücher und trockne dich ab.“
In seinen Worten schwang ein leicht gereizter Unterton mit. Scheinbar störte er doch.
Jaleel regte sich nicht. Er musterte den jüngeren Chabod-Bruder.
Bei seinem Anblick verwirrten sich seine Gedanken. Die Wirklichkeit stand Kopf. Er wusste, dass er Alain nie ganz für sich haben konnte, aber er wollte ihn. Dieser Mann war schön, unheimlich schön. Ein wundervoller Körper, ein edles, harmonisches Gesicht, dunkles Haar und beinah schwarze, von dichten Wimpern überschattete Augen, die beim Sex brannten.
„Erwartest du jemand … neuen?“ Jaleel bemühte sich bewusst, abfällig zu klingen. Vermutlich prallte es an Alains Dickfelligkeit ab, aber er sollte spüren, dass er verantwortungslos mit seinen körperlichen Zuwendungen umging. Es gab auch Bettgefährten, die sich dabei in ihn verliebten.
Tatsächlich reagierte Alain nicht. Er sah an Jaleel vorbei.
„Störe ich dich beim Abarbeiten deiner Liebschaften?“, hakte er nach.
Scheinbar war Jaleel einer Antwort nicht wert. Alain schwieg, verzog nicht einmal das Gesicht.
Das unangenehme Gefühl nahm zu.
Jaleel drehte sich zum Ofen um. Die Wärme, die er verströmte, half gegen das klamme Kribbeln. Er starrte in den Topf auf der Heizplatte. Auf der brodelnden Wasseroberfläche hatte sich eine helle Schmierschicht gebildet, die an öligen Seifenschaum erinnerte und unschöne Spritzer an den Holzschäften zurückließ.
„Kochst du die Pinsel aus?“ Das Thema war unverfänglich und hinterließ kein ungutes Gefühl.
Alain nickte. Er goss sich aus einer Tonkaraffe etwas Öl in die Hände und verteilte es auf seinen farbverspritzten Unterarmen. Mit einem trockenen Tuch rieb er die festen Reste ab.
Normalerweise war Alain nicht so wortkarg. Seltsam, irgendwie wirkte er heute nicht so schillernd und beeindruckend wie gewöhnlich. Der Glanz, der ihn normalerweise umgab, fehlte. Sein Haar wirkte stumpf, ungekämmt und ungewaschen. Auch seine Kleidung verströmte unangenehme Gerüche, die darauf schließen ließen, dass er darin gearbeitet, gegessen, geschlafen und Sex gehabt hatte.
„Ich habe heute deinen Bruder kennengelernt“, trieb Jaleel das Gespräch voran.
Angesichts seiner Betonung hob Alain ruckartig den Kopf. Seine dunklen Augen waren rot geädert und feucht von dem Alkohol, der als schwaches Restaroma in der Luft hing.
„Gwen?“
„Wie viele Brüder hast du sonst noch?“
Alain zuckte gelangweilt mit den Schultern. „Und? Was hältst du von ihm?“
Es schien ihn nicht zu interessieren. Warum fragte er dann überhaupt?
Jaleel suchte die richtigen Worte. „Er ist anders als du, sehr …“
„Militärisch?“, fiel ihm Alain ins Wort.
Seine harsche Art störte Jaleel. Er hatte den Eindruck, dass Alain ihn abwimmeln wollte. Wen erwartete er? Jaleel kniff die Augen zu Schlitzen zusammen und beobachtete seinen Freund.
Alain warf das Tuch von sich und ließ sich auf den Diwan fallen, streckte die Beine weit von sich und verschränkte die Hände im Nacken. Über seine Züge huschte ein Hauch von Entspannung. Er gähnte ungeniert und senkte die Lider.
„Weiter“, forderte er ihn auf.
Jaleel zog die Brauen zusammen. „Ihr scheint nicht viele Gemeinsamkeiten zu haben.“
Alain lachte freudlos auf. „Gwen und ich sind uns in nichts ähnlich.“
Das mochte stimmen. Erneut musterte Jaleel ihn, dieses Mal mit dem Bild seines älteren Bruders vor Augen.
Die Unterschiede betrafen nicht in erster Linie das Aussehen, eine Familienähnlichkeit war vorhanden. Alain war ein interessanter, weltoffener und gutaussehender Müßiggänger – solange er keinen besonderen Zweck verfolgte oder sich der Malerei hingab. Es lag in seiner Persönlichkeit. Gwenael Chabod war verschlossener und zugleich auf eine ganz andere Art offen als Alain; ein überkorrekter, zurückhaltender Mann.
Jaleel löste sich vom Ofen und ließ sich doch neben seinem Freund sinken. Das Laken über dem durchgesessenen Diwan roch stark nach Sperma. Ob Alain zuletzt Frauen oder Herrenbesuch gehabt hatte, wollte er lieber nicht genau wissen. Eifersucht brannte sich von seiner Brust in seine Eingeweide. Sie hatten hier oft miteinander geschlafen. Unschön zu wissen, dass Alain es auf demselben Diwan mit anderen trieb.
Eine Feuerlohe ballte sich in seinem Magen, gestützt von dem Ärger, der Eifersucht und dem Ziehen in seiner Brust.
Sie waren kein Paar, erinnerte er sich. Sicher störte sich Alain auch nicht daran, wenn Jaleel sich die Zeit mit anderen Männern vertrieb.
Aber er wollte nicht.
Wie dumm musste man sein, sich freiwillig diesen Gefühlen auszusetzen? Warum nicht einfach genießen, was Alain ihm gab und alle anderen Sorgen von einem anderen beseitigen lassen? Es gab so viele Männer, die gelegentlichen Sex wollten und die Gefahr eines Parhurbisses gern auf sich nahmen, nur um das leidenschaftliche Feuer in sich zu spüren. Alain taugte nichts, war ein lüsterner Bastard und Intrigant. Ein solcher Mann war nicht dafür vorgesehen zu lieben, aber er verströmte Lust und übertrat gesellschaftliche Verbote. Allein deshalb wollte Jaleel ihn.
Das Brennen in seinem Magen sagte etwas Anderes.
Bevor er das Gefühl gedanklich erfassen konnte, lag Alains Hand auf seiner. Jaleel bemerkte die vernebelte Lust in seinem Blick, während er ihm aufs Gemächt starrte. Es fühlte sich an wie eine Berührung, das Tasten von Fingern, die federleicht über die pulsierende Linie seines Gliedes strichen.
In Jaleels Lenden zog es.
Trotz allem war Alains Gesicht eine unbewegliche Maske. Darin lag weder Leidenschaft noch unstillbare Gier, eher Langeweile. Sex als Freizeitbeschäftigung bis zur nächsten wirklichen Herausforderung?
Der Gedanke sackte ab, zog einen Schleier aus Kälte mit sich und drückte erstickend gegen Jaleels Kehlkopf.
In diesen hübschen Zügen lag wirklich nichts. Alain wollte sich nicht einmal wirklich vergnügen, aber scheinbar fiel ihm nichts Besseres ein. Mit einer Hand knetete er sein Glied durch Leder und Stoff.
Dann stemmte er sich hoch, streifte die Schürze ab und ließ sie fallen. In seiner Hose regte sich nichts – zumindest nicht sichtbar. Trotzdem löste er Schnallen und Band, die den Latz hielten. Der schwere, fleckige Stoff fiel zur Seite. Polsterung und verschmutzte Unterwäsche kamen zum Vorschein. Sein Glied hing nicht weniger verdrückt und blassrosa herunter.
Jaleel keuchte. „Was wird das?“
Wollte sich dieses bornierte Arschloch etwa von ihm vorbereiten lassen, um seinen Schwanz in irgendeine reiche Schlampe oder einen hochwohlgeborenen Arsch zu schieben?
Die Feuerlohe explodierte in ihm und verbrannte ihn innerlich. Mit der Wut kochte Magensäure hoch.
Was war er für Alain, sein kostenfreier Stricher? Hatte er das in den Jahren zuvor etwa auch schon so gehandhabt?
Er fühlte sich benutzt. Handlanger, Bettgefährte, Informant und Dieb. Alles für Alain.
Fassungslos beobachtete er, wie Alain ihm sein schlaffes Glied entgegenhielt.
Jaleel zog die Lippen über seine Fangzähne zurück und knurrte. „Vergiss es. Ich bin nicht dein Zeitvertreib …“
Alain lächelte matt. „Aber mein Liebhaber. Und ich denke, ich kann durchaus verlangen, meine Freizeit mit dir im Bett zu verbringen.“ Jaleel fing seinen herausfordernden, lasziven Blick auf.
„Bist du verrückt?“ Kopfschüttelnd rutschte er zur Seite und erhob sich. „Nein, Alain, das kannst du vergessen. Ich mache es nicht mit dir, wenn ich es nicht will.“
Er schob sich zwischen Alain und dem Ofen vorbei zur Tür. Angesichts des zweifelhaften Vergnügens von Alains Gesellschaft waren Blitzschlag oder Lungenentzündung die besseren Alternativen – zumindest ließen sie seinen Stolz unangetastet.
An der Tür wandte er sich um. Alain hatte sich wieder angezogen. Er wirkte verärgert.
Sollte er doch. So, wie er sich das vorstellte, funktionierte ihre Partnerschaft nicht.
„Ich bin nicht dazu da, dich wieder in Stimmung zu bringen, nachdem du dich mit anderen verausgabt hast“, merkte Jaleel an, bevor er das Atelier verließ.

Die Stadt der Maschinenmagie II – Die blaue Phiole (Arbeitstitel)

Kapitel 1 – Illusionsgrenze
Gwenael! Jaleel hatte das Gefühl, seinen Freund laut nach ihm rufen zu hören. Er fuhr aus seinem Versteck auf, nur um sofort wieder den Kopf einzuziehen und sich eng gegen die Hauswand zu drängen. Mit heftig pochendem Herz beobachtete er den Diener, der gegen das Licht der Terrasse kaum mehr als ein Schattenriss war. Der Mann musste mindestens zwei Köpfe größer sein als Jaleel selbst.
So leise er konnte, kauerte er sich in den Schatten hinter der Hausecke, den Rücken fest gegen die Wand gedrückt. Mit der dunklen Kleidung verschmolz er hoffentlich mit seinem Umfeld. Kies knirschte unter langsamen, schweren Schritten. Sein Herz schlug beinah schmerzhaft hart. Er konnte dank seines ausgetrockneten Halses kaum atmen. Die feuchte Mauer verströmte unangenehme Wärme, als lehne er an etwas Lebendigem. Das Erdreich hingegen war klamm und kalt. Mühsam verdrängte er die Vorstellung eines gewaltigen Monsters, dass einfach nur das Aussehen eines Gebäudes angenommen hatte, um willfährige Opfer anzulocken. Mit dem Handrücken wischte er sich schweißnasse Strähnen aus der Stirn.
Etwas raschelte. Alle Härchen auf seinen Unterarmen richteten sich auf. Aus zusammengekniffenen Augen verfolgte er die Bewegungen der Blumen. Das elende Katzenvieh trieb sich im Unterholz herum und suchte die Ratte. In Abständen erklang immer wieder ihr Grollen und Fauchen. Es hörte sich bedrohlich an. Wie lang würde es dauern, bis der Diener oder das Tier ihn aufgespürt hatten?
Nervös leckte er sich über die Lippen. Er brauchte ein besseres Versteck. Vorsichtig spähte er zwischen Ästen und Blättern hindurch, nur um sofort wieder den Kopf einzuziehen.
Der starrte in seine Richtung, verharrte. Hatte er Jaleel bemerkt? Hoffentlich nicht. Jaleel wagte nicht, auch nur tief Luft zu holen. Aus brennenden Augen starrte er den Mann an. Wahrscheinlich handelte es sich bei ihm um einen Orc oder Troll. Beiden Völkern sagte der Volksmund nach, dass sie bei Nacht nur geringfügig schlechter sehen konnten, als bei Tag. Jaleel wollte hierfür keine Beweisführung antreten.  So gut er konnte verharrte er in seiner Position und hielt die Luft an.
Sicher war ihr Eindringen nicht unbemerkt geblieben, schließlich gehörte das Anwesen einer Magierin. Ihm gefiel der Gedanke ausgeliefert zu sein gar nicht. Aber was konnte er jetzt noch dagegen unternehmen? Wahrscheinlich hatte Desirée sie mit Vorsatz hierher geführt.
In seinem Magen brannte blanke Wut, durchstoßen von erstickender Angst um Gwenael. Wie konnte er seinem Freund helfen?
Der Diener trat vom Weg in die dichten Blumenrabatten. Er neigte sich vor, kniff die Augen zusammen und starrte in die Schatten …
Sicher hatte er ihn entdeckt! Jaleel spürte eisige Schauder durch seinen Körper rasen. Alles in ihm drängte danach zu fliehen, zugleich wusste er, dass das die dümmste Idee überhaupt war. Mit aller Gewalt zwang er sich, ruhig zu bleiben. Plötzlich richtete sich der Diener auf und drehte sich ab.
Jaleel wurde schwindelig. Feinen Stiche in seinem Kiefer sagten ihm, wie sehr er sich verspannt hatte. Langsam löste er seine Muskeln und atmete tief ein. Der entsetzlich schale Gestank der Blütenbüsche rann bittersüß durch Nase und Kehle. In seinem Magen entstand ein flaues Gefühl. Zu allem Überfluss erwachte dumpfer, schwach pochender Kopfschmerz, der sich hinter seiner Stirn auszubreiten begannen. Unsicher blinzelte er und massierte seine Schläfen.
Jetzt sah er den Diener von hinten. Der Mann war entsetzlich groß. Er vermittelte den Eindruck, aus seinem Wams zu platzen und die eigentlich weit geschnittenen Ärmel des Hemdes zu sprengen.
Licht fiel von oben auf den Kiesweg. Durch das schwache Flackern der Flammen, schien es auf den weißen Steinchen zu tanzen. Er glaubte fast Muster darin zu erkennen, die ihn schwindeln ließen. Jaleel blinzelte die Illusion fort.
Er wollte beobachten, wissen ob Gaëlle seine Freunde entdeckt hatte, musste Hilfe holen … draußen standen … Solda… wer? Zäh wie Sirup zerfloss der Gedanke. Jaleel sank zurück an die Wand und schloss die Augen. Dieser Geruch. Schwer atmend löste er den Kragen und fächelte sich Luft zu. Es half nicht. Jaleel würgte. Plötzlich begannen Mauer und Boden zu beben.
Unfug!
Wahrscheinlich ein Zeichen von Schwäche. Seine Beine knickten ein. Er fing sich mühsam ab. Im gleichen Moment zuckte ein einzelner, harter Stoß durch die Erde. Jaleel stürzte. Der kurze Schmerz von Wurzeln unter seinen Knien und Steinchen in seinen Handflächen, riss ein Loch in den betäubenden Nebel. Der süße Geruch betäubte ihn! Gaëlle brauchte ganz sicher keine weitere Absicherung, nur die Blumen. Er würgte den schalen Geschmack hinaus und spie aus, bevor er Tuch und Hand vor den Mund presste. Wahrscheinlich half das nur bedingt, aber jetzt wusste er um die Gefahr. Er musste seine Chance nutzen, bevor sein sich Geist erneut umwölkte. Rasch federte er auf die Füße. Der Weg zu Gwenael und Desirée war ihm durch die Magierin versperrt. Er konnte den Beiden nicht helfen. Jaleel blieb nur die Möglichkeit Franquin zu alarmieren. Der Capitaine und seine Leute überwachten schließlich die Umgebung. Mit der Unterstützung von stark bewaffneten Soldaten bestand die Aussicht mehr ausrichten. Jaleel wandte sich ab und drängte sich in die Schatten. Vorsichtig schob er sich an der Wand entlang, darauf bedacht so flach wie möglich zu atmen.
Licht, Fauchen und Rufe blieben hinter ihm zurück. Nach einer Weile sah Jaleel sich um. Stille Finsternis umfing ihn. Irritiert löste er sich und an der dunklen, verwitterten Fassade hinauf. Schwach erkannte er im Restlicht der Stadt karge, verfilzte Rankgewächse, die das Mauerwerk überzogen und durchdrangen. Der Eindruck von etwas altem, Lebendem gewann an Stärke. Für Jaleel wirkten die holzigen Stränge wie wulstige Adern unter papierdünner Haut. Handelte es sich schon wieder um eine Illusion, ausgelöst durch die Blumen? Er kniff die Augen zusammen und konzentrierte sich. Das Bild blieb. Um sicher zu gehen ritzte er seine Zunge an einem Zahn. Aber der Schmerz war klar und echt. Das hier konnte also nur die Wirklichkeit sein. Blieb nur die Frage, was er von der Mauer aus gesehen hatte. Das hier jedenfalls nicht. Er wandte sich ab. Um ihn herum stand das Gras fast bis zu seiner Hüfte und das Gebüsch wirkte dicht verfilzt. In einiger Entfernung standen alte Gebäude an die dunkle, überwucherte Mauer geschmiegt. Sicher waren es Remise und Stall, oder Gesindehäuser, Schuppen, was reiche Leute eben für ihre Dienerschaft und das Gerät bauen ließen. Aber auch das wirkte, soweit er es in dem schlechten Licht ausmachen konnte, verfallen. Er rieb sich Stirn und Schläfen. Vermochte Magie eine Illusion zu erschaffen, die Menschen glauben ließ, eine prächtige Villa vor sich zu haben? Hilflos strich er sich über die Schläfen. Langsam keimte Zweifel auf. Er befand sich schon eine Weile auf dem Gelände, die Blüten hatten also Zeit genug seine Wahrnehmung zu beeinflussen. Vielleicht spielte die Illusion mit Kindheitsängsten und zeigte ihm leere Anwesen, Bauten, in denen Menschen grausam gestorben waren. Kriegsruinen … Diese Angst verfolgte ihn seit seiner Kindheit. Er presste die Lippen aufeinander. Tief in ihm keimte der Wunsch auf, dass die schöne Villa doch Wirklichkeit war. Hilflos ballte er die Fäuste. Diese verdammte Zauberin spielte mit ihm und veränderte seine Wahrnehmung! Er musste sich fangen um diese Beeinflussung endgültig abzustreifen. Wie sollte er sonst die Wirklichkeit erkennen?
Schwer rang er nach Luft, schloss die Augen und wartete. Das Rauschen seines eigenen Blutes schwoll an. Er hörte seine eigenen Atemzüge beinah unnatürlich laut und sein eigener Herzschlag sandte Erschütterungen durch seinen Körper, die sich mit dumpfen Schlägen aus seinem Schädel befreien wollten. In seinem Magen sammelte sich Schwere, die ihn aus dem Gleichgewicht reißen wollte … Trocken schluckte er und presste die geballte Faust auf seine Bauchdecke. Ein Kribbeln rann unter seiner Haut entlang. Instinktiv fuhr er mit den Nägeln über Handrücken und Arm. Aber das Gefühl ließ sich nicht greifen, weil es tiefer lag, irgendwo in seinem Gewebe. Jaleel begann sich in seinem eigenen Körper unwohl zu fühlen. War das nicht beinah das gleiche Gefühl, wenn er einen magischen Gegenstand berührte? Wollte Gaëlle seinen Körper etwa übernehmen? Unter dem schieren Gedanken zuckte er zusammen. Fort, so weit weg wie es nur möglich war!

Freut euch auf mehr 😉
Beim nächsten Beitrag gibt es auch die Personenliste – auch wenn ich da sehr vorsichtig sein muss … Spoilergefahr, ihr wisst schon ;p

Glossar zu “Night’s End” und “Die Stadt der Maschinenmagie”

Bei verdammt viele Lesern kam der Wunsch nach einem brauchbaren Glossar und einer Karte zu meiner Fantasy-Welt Äos. Tut mir unendlich leid, dass ich das immer habe unter den Tisch fallen lassen. Aber da gerade der zweite Band zu “Die Stadt der Maschinenmagie” im Lektorat ist und ich bei Simon Rhys Beck (DeadSoft) nachgefragt habe, ob er an der Vorgeschichte, dem ursprünglichen “Night’s End” Interesse hat, lade ich endlich mal das Glossar (das für beide Reihe Gültigkeit hat) hoch; inklusive der Karte.

Glossar:

A

Äos – Name der Welt

B

Blutberge – Bewaldete Sandsteinberge im Osten und Norden um Valvermont. Die Berge haben ihren Namen wegen des roten Gesteins in der Sonne.

Avatar – Personifikation eines Gottes auf Äos

C

Cellérière – Oberin (Mutter Oberin)

Conseiller Judiciaire – Justitiar

D

Daoan-Mond – Der größte der drei Monde, ein weißer, bei vollem stand sehr lichtintensiver Mond. Zumeist stehen die zwei anderen Monde vor ihm und nehmen etwas von der Helligkeit.

Drachenprinzen – Die Drachenprinzen des Nordens sind zumeist silberne oder weiße Drachen, deren Blut vermischt ist mit einer anderen hohen Rasse wie den Elf oder Orcs.

Die Drachenprinzen des Südens sind schwarze Drachen und haben sich ausschließlich mit schwarzen Elfen gepaart. Aus jeder Mischung entstammen besondere Männer und Frauen, deren Stärken in der Kriegsführung, Diplomatie oder Magie liegen. Das allein adelt sie unter ihresgleichen und gibt ihnen Anrechte auf die Regentschaft.

Drachlinge – Kleine Drachen, die stark magisch/ psyonisch veranlagt sind und die Fähigkeiten haben, sich mit einem Zauberer zu einer geistigen Vereinigung zu zwingen. Durch diese Partnerschaft weiß ein Teil des Gespanns immer, was der andere denkt, fühlt oder macht, selbst über Entfernungen hin.

Drachlinge teilen sich farblich unterschiedlich auf. Weibchen haben rotgoldene Schuppen, Männchen grüngoldene, Neutren blausilberne. Die Neutren haben die Veranlagung sehr schnell extrem Dick zu werden, fressen auch mehr als ihre Artgenossen, besitzen aber auch das stärkste magische Potential. Sie sind extrem selten.

In der Größe sind sie gleich zu einer normalen Hauskatze und haben noch einmal genauso lange Schwänze und Hälse, die ein Drittel ihrer Körperlänge ausmachen. Die Flügel tragen sie immer nur kurze Zeit. Im Gewicht liegen sie zwischen 2 und 7 Kilo.

E

Eisenberge – Kaltes, sehr weitläufiges Hochgebirge, in dem viele Erze abgetragen werden können. Viele Völker haben dort kleine Dörfer, in denen Erze abgebaut oder verarbeitet werden können. Zu einem sehr großen Teil gehört diese ertragreiche Gegend dem Norden.

F

Feline – Gestaltwandler, die einer eigenen Rasse angehören. Im Gegensatz zu Werwesen aller Arten handelt es sich bei ihnen nicht um eine Krankheit mit Ansteckungsgefahr.

Gerüchten zufolge sollen Feline als ein Unter-Produkt der Ratten entstanden sein, Wesen, die für die Metamorphose zwischen Humanoid und Tier idealer waren. Ihnen fehlt die Resistenz der Ratten, ihre Langlebigkeit und Kraft, aber sie können sich normal vermehren und sind gesellschaftlich anerkannt, denn sie besitzen eine humanoide Zweitform.

Freistadt (Valvermont) – Weder an das Kaiserreich, noch an andere Reiche gebundene Städte, die eine eigene Regierung haben.

G

Gismonda – Warme, aber politisch sehr schwache Insel im Meer, auf einer Höhe mit Valvermont und einem Teil der nördlichen Ausläufer des Kaiserreiches.

Glaube – nach dem großen Krieg vor 250 Jahren ist der Glaube an Avatare (von den Göttern gesandte Entitäten, die sie durchaus fleischlich auf Äos vertreten), stark gestört. Während des Krieges wurde bekannt dass die sogenannten Avatare nichts als einfache Lebewesen sind, die entweder von Natur aus langlebig sind oder von Seiten des einen einzigen wirklichen Gottes durch andere, mit dem gleichen Potential gesegnete Personen ausgetauscht worden sind, sobald sie ihren Sinn und ihre Befähigungen verloren.

Es gibt fast keine Glaubensverbreitung zu den Göttern. Die Kirchen wurden in vielen Fällen nicht wieder aufgebaut und die Avatare erlitten teils schreckliche Schicksale.

Priester werden generell ungern gesehen, nur im Zusammenhang mit Heilung und Unterstützung auf dem Schlachtfeld dürfen sie noch offiziell dienen. In manchen Landstrichen, außerhalb großer Städte, verschwinden immer wieder heilige Frauen und Männer spurlos. Selten werden solche Fälle ernsthaft aufgenommen und verfolgt.

Götter – die dreizehn Götter und die fünf Elementare stellten sich im Lauf des Krieges als besonders starke Priester, langlebige Geschöpfe oder Begünstigte heraus. Die Entitäten entsprachen in erster Linie bestimmten Gesetzmäßigkeiten wie Leben und Tod, Zeit, Chaos, Ordnung, etc. Ein paar entsprachen positiven Dingen wie Schutz, Glück und Kreativität, andere negativen wie Krieg und Verrat oder vollkommen wertungsfreien wie Magie.

Die fünf Elementare waren Feuer, Wasser, Erde Luft und Leere, wovon das letzte sich als das einzig relevante erwies.

Auch heute leben die Avatare noch unter den Bewohnern von Äos, nur werden sie weder verehrt noch machen sie sonderlich viel Aufsehen um ihre Person. Zumeist lassen sie sich nichts anmerken und verschweigen ihre Vergangenheit vollständig.

Trotz allem zählen zu ihnen Aycolén Amaro, Lysander (Luca-Seraphin Verladis) und die Zwergin Alrine Bergan.

Keiner von ihnen sehnt sich nach der alten Zeit. Sie leben vielleicht auch nicht still unter den anderen, aber zumindest lassen sie der jungen Generation den Vortritt und beobachten ihr Vorankommen in eine neue Zeit.

Graue Pentakel – Magierorden

Grauroben – Gildenmagier

Greifer

Großmarkt

H

Handwerkerviertel

Hafenviertel

Hochstraße/ Hochstadt

I

J

K

Kalesh – ein durch Magie zerstörtes Wüstenkönigreich, die Heimat des Prinzen Mesalla und der trostloseste aber heftig umkämpfteste Ort an der Südspitze Äos.

Kalesh liegt zwischen Paresh und Rouijin.

Weshalb dieser sandig steinige Ort so begehrt ist, weiß kaum jemand. Wahrscheinlich hat selbst Paresh über die Jahrhunderte vergessen, was ihnen an diesem Streifen kargen Landes so wichtig ist.

Katakomben

Klimazone Valvermont/ Maiden Haven – Durch die erzwungene Aufrechterhaltung des beständig frühlingshaft warmen, teils sommerlichen Klimas (durch Magie) hat sich an den Rändern der Magiegrenze (Grenzgebiet Valvermont/ Kesh) eine sehr raue Zone gebildet. Stürme, Regen und Sturmfluten sind normal. Besonders schlimm hat es den nah gelegenen Grenzhafen Maiden Haven ereilt. Das Meer weißt hier extreme Strömungen auf, die das Anfahren des für Sarina wirtschaftswichtigen Handelshafens zu einem Selbstmordkommando machen kann. Viele Seefahrer umsegeln diese Gegend in weitem Bogen. Kein anderer Hafen hat diese Probleme, was an der Hitze/ Kälte liegt, den beiden Extremklimazonen. Verlässt man Valvermont, so kommt man automatisch in eine schöne, wilde und sehr kalt zerklüftete Gegend, die noch sehr deutlich wiederspiegelt, dass die Nordlande nicht besonders weit entfernt liegen.

Mesalla lässt nach fünf Jahrhunderten Veränderung des Wetters allmählich wieder die normalen Wetterbedingungen in Valvermont einziehen, was zur Folge hat, dass es teilweise unglaublich heiß wird, oft regnet und ein anschließender Temperatursturz kommt, der sich meistens innerhalb eines einzigen Tages fängt.

Die Naturmagier und Priester Valvermonts haben permanent große Magieaufwendungen aufzubringen, weshalb sie zu den Spitzenverdienern der Stadt gehören. Die meisten sterben allerdings sehr jung und an Entkräftung.

Hintergrund für diesen massiven Eingriff in die Natur ist der wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekt. In Valvermont lassen sich durch das hervorgerufene Klima bestimmte Pflanzen züchten, die einzigartig sind, das gilt auch für bestimmte Tierrassen. Der Wirtschaftszweig ist fest etabliert und für die Stadt lebenswichtig. Das bedingt auch, dass Valvermont den höchst möglichen Bestand aktiver Magieanwender sein eigenen nennen kann, ein Schutz, den Mesalla nie missen wollen würde, denn damit ist diese vergleichsweise (zu Sarina und den Nordlanden) kleine Freistadt nahezu uneinnehmbar und wirtschaftlich (finanziell) vollkommen autark.

Das Klima hat zusätzlich viele Siedler angezogen und vereint einen nicht zu verachtenden Anteil des Gesamtvermögens von Äos auf engem Raum.

Fällt all das weg, verliert Valvermont Aufmerksamkeit, Ansehen, Wirtschaftsstärke und Bedeutung. Mesalla steckt also in einer Zwangslage.

Künstlerviertel

L

Labyrinth – Der Ort der Vergessenen, wie die Dichter ihn überromantisiert nennen. Es ist ein verwilderter Teil der Stadt, der von einem Dickicht aus mit den Häusern verwachsenen Bäumen, eingebrochenen Ruinen und dem Todesring – einer unbewohnten Ruinenzone aus alten Häusern, die noch aus der zeit des Elfenkönigreichs Valvermont stammen und von Untoten aller Art bewohnt werden – geschützt wird.

Im Labyrinth wurden – auf Befehl Mesallas – schon vor Jahrhunderten Schwerverbrecher, Berufsverbrecher, Behinderte, Degenerierte und Seuchenkranke abgeliefert. Was wie vollkommener Wahnsinn wirkt, hat System. Herr über das Labyrinth ist der elfischer Priester Justin D’Arc, ein Verfluchter (Vampir), der paradoxerweise das reine Leben in sich trägt. Genaugenommen ist der Ort also nichts anderes als der Vorläufer des Zentralgefängnisses und des Irrenhauses, mit dem unterschied, dass sich die Bewohner dort frei im Rahmen des Gebietes bewegen können.

Über die Jahrhunderte haben die Nachfahren der Inhaftierten Familien gegründet und dort eine eigenständige Gesellschaft gebildet. Die, die dort leben haben sich nie etwas zu schulden kommen lassen, sind aber aufgrund ihrer Abstammung dazu verurteilt über alle Generationen das Schicksal ihrer Vorväter zu teilen. Der Unmut ist groß gegen den Prinz und all die, die im Licht und in Freiheit leben dürfen, weswegen die „rechtschaffenen“ Bürger der Stadt diese Gegend fürchten und meiden.

M

Maiden Haven – Kleine Hafenstadt an der Westküste, sehr dicht an den Grenzen Valvermonts, dennoch nördlichste Provinz Sarinas. Durch die klimatischen Veränderungen der freien Handelsstadt schwer von Flutwellen und Stürmen gebeutelt.

Maître – die Bezeichnung eines Meisters egal in welchem Berufszweig.

Magie (arkane Magie) –  Formulare, erlernte Zauberei, die nichts mit natürlicher, eigener Magie einzelner Rassen zu tun hat. Anhand von Büchern, mathematischen Formeln, Bannkreisen und Materialkomponenten kann jeder, dessen Intelligenz dazu ausreicht, sich die Worte, Gesten und “Zutaten” zu merken, Magie aus der Umwelt, der Welt, den Elementen und den Lebewesen gewinnen und für sich nutzen.

Grundvoraussetzung allerdings ist, dass man lesen und schreiben kann.

Einigen, wenigen Rassen ist es nicht möglich aus sich heraus Magie zu gewinnen und zu nutzen. Für sie war der ursprüngliche Gedanke der Orden.

Leider nutzen zu viele die eigentlich sehr einfache Option des Lernens, ohne zu realisieren, dass sie damit die in sich existente Zauberkraft zerstören können. Das Formulare Anwenden geht gegen jede natürliche Entstehung eines Zaubers und macht es nach einer Zeit sogar unmöglich noch eigenständig Magie zu nutzen.

Die arkane Magie greift auf feste Schulen zurück, die sich stark untereinander abgrenzen.

Nekromantie, Beschwörung, Kampf, Illusion, Erkenntnismagie, etc.

Magie (Natürliche Magie) – Das Gegenteil der Formularen Magie. Aus der Rasse ergibt sich die Art des Bindens der Magie in eine bestimmte Form. Elfen, Seraphs, Celestial, Zwerge, Trolle, Drachen und Orcs sind Rassen, die aus sich heraus zaubern können. Die Magie findet anhand dessen, was die Person kennt, erlernt hat und wie sie denkt und fühlt, eine Ausdrucksform, die sich manchmal stark von der Formularen Zauberei unterscheidet, schon weil sie vereinfacht wird, verkompliziert, ohne Komponenten funktioniert, dafür aber mit mehr Gesten. Der Beitritt in einen Orden kann die Magie einer Person vollkommen vernichten und derjenige lernt etwas, das gegen seine Natur geht.

Bei natürlicher Magieanwendung verwischen die Schulen der Zauberei und bilden ganz eigene und neue Mischformen.

Luca hat daraus seine Zauberträger erschaffen, die schwarzen Schmetterlinge, die sich auf seinen Wunsch oder Befehl hin gegen seine Gegner erheben.

Magie (Naturzauberei) – Darunter fasst sich die ganze Palette der druidischen oder kräuterkundigen Magie zusammen. Die Personen, die so naturverbunden sind, dass sie mit Hilfe von Erde, Tieren und Pflanzen Zauber wirken können, sind mehr als selten und leben zurückgezogen in der Einöde oder Wildnis. Solche Männer und Frauen sind zumeist sehr einfach und beherrschen weder das Lesen noch das Schrieben. Aber ihre Sinne sind wesentlich wacher und offener für das Wesentliche, das Leben und das Land. Sie erlangen ihre Kräfte zumeist, weil sie selbst mehr ein Teil der Wildnis sind und die Zivilisation meiden.

Magie (Priesterliche Magie) – Die Zauber hängen von den Dreizehn Göttern und den fünf Elementen ab. Zumeist unterseht die Art der Magie mit dem Avatar eines Gottes. In vielerlei Form sind es Gebete, Wünsche, Ritaulgesänge und Tänze. Alle bewegt sich stark im Rahmen dessen, was der Gott und sein Avatar vorgeben. Einige Überschneidungen zu der Naturzauberei und der natürlichen Magie gibt es allerdings. In ihrem grundsätzlichen Wesen aber unterscheidet sich die priesterliche Magie Grundlegend von der arkanen und der natürlichen. So zum Beispiel hat ein Priester auch nicht immer einen gleichbleibenden Zufluss von Magie zu erwarten. Es hängt vieles davon ab, wie gut er seinem Gott dient, sich den Regeln und Rieten unterwirft und welche Erfolge er im Volk zu verzeichnen hat, wenn er die Interessen seiner Kirche vertritt.

Priester sind im Generellen sehr von den Launen ihrer Götter abhängig.

Magie (Psi-Kräfte) – Lediglich eine Hand voll Personen besitzt die erweiterten geistigen Fähigkeiten, die vollkommen Wortlos sind, keine Komponenten brauchen und keine Zauberkreise. Einzig die Drachlinge haben diese Fähigkeiten natürlich angeboren. So können sie untereinander kommunizieren, ohne zu sprechen, die Elemente aus sich und ihrer Umwelt ziehen und sich sogar gegen die Götter zur Wehr setzen.

Magie (des Landes) – Drachen nutzen diese Art der Zauberei sehr gerne, weil es einfacher ist und sie nicht schwächt. Leider laugt es die Welt stark aus und macht blühende Länder zu Wüsten. Kalesh ist das Beispiel schlechthin für die Ausbeutung der Erdkräfte. Ein Ort, wenn er von sich aus, oder durch bestimmte, sehr schwerwiegende Ereignisse eine hohe magische Konzentration besitzt, ist ein starker Anzugspunkt für Drachen. Sie nutzen diese Kräfte weidlich aus, bis der Platz zerstört ist.

Magie – Zaubersänger/ Zaubertänzer – Sie sind eine Abspaltung natürlicher Magier, die ihre Formeln in ihren Gesang oder Tanz zu binden vermögen. Aber im Gegensatz zu den Magiern haben sie die Möglichkeit den Geist anderer zu beeinflussen, Könige zu Bettlern zu degradieren und der Schönheit in allen Formen zu huldigen. Ihre Grazie und ihre Anmut beeinflusst die Kraft ihrer Zauber stark. Je schöner und edler ein Vortrag ist, desto perfekter stellt sich das Ergebnis ihrer Zauber ein. Justin ist ein Meister dieser Zauberart. Allerdings liegen auch Lucas Stärken eher darin. Gesang und Tanz, das Spiel von Flöte und Laute besitzt bei ihm weitaus mehr Kraft als die Formulare Magie. Die Idee der Schmetterlinge stammt aus solch einem Prinzip.

Maiden Haven – Kleine Hafenstadt an der Westküste, sehr dicht an den Grenzen Valvermonts. Durch die klimatischen Veränderungen der freien Handelsstadt schwer von Flutwellen und Stürmen gebeutelt.

Mechanik – ist die „neue Magie“ wie einige sagen. Stück um Stück verändern ideenreiche Männer und Frauen die festgesetzten Regeln der Welt, in dem sie mit ihren Erfindungen ständig neue Dinge erschaffen, die die tägliche Arbeit erleichtern, Generälen neue Waffen in die Hände geben und durch den Bau der Fabriken das Stadtklima vergiften. Im gleichen Maß, in dem die Mechanik das Leben erleichtert, verschlechtern sich die sozialen Zustände. Aber die wenigsten merken etwas davon, denn mechanische Tiere, dampfbetriebene Maschinen und fliegende Schiffe nehmen die Aufmerksamkeit aller gefangen.

Mimétisme – eine Kreatur die einen räumlichen Gegenstand zu imitieren in der Lage ist. Diese Wesen jagen in der Gestalt einer Kiste, Truhe, Schatulle oder eines kleinen Unterstandes oder Hauses. Seltener nehmen Mimétismen die Form von etwas Lebendigem an. Wie eine Mimétisme tatsächlich aussieht, ob und wie sie sich bewegt, ist nur bruchstückhaft überliefert. Die wenigsten Opfer überleben einen solchen angriff. Wenn es ihnen klar wird, hat die Mimétisme bereits Kleider, Waffen und Haut angelöst und ist in der ersten Phase der Verdauung.

Morgue – Leichenhallen, die in besonders kühlen Kellergewölben angelegt werden.

Mundane – Lebewesen ohne magische Talente.

N

Night’s End -Kleines Dorf in den Blutbergen, das eine zentrale Rolle im Geschehen der Welt spielt

Nordlande/ Valverde – Zusammenschluss der stark zerrütteten Nordregion. Die Siedler setzen sich vorwiegend aus Elfen, Orcs, Trollen und Drachenvölkern zusammen.

Die meisten, kaum mehr zu rettenden Schäden in Politik und Wirtschaft gehen auf die Verräterin Aki Valstroem zurück, die einstmalig erster Ritterin des Reiches, Avatar des Todes und ehemalige Königin. Orin stammt aus ihrer Kronstadt und ist entfernt mit ihr verwandt.

O

Oger – Wenige von den Riesen leben noch auf Äos, und zumeist findet man sie in der Gesellschaft der Drachen. Sie waren einst die Herren der Berge, starke und Machtvolle Zauberer, die sich weit über die Künste und das Wissen ihrer kleineren Cousins, die Trolle, erhoben. Aber die Legenden sagen, dass sie den Göttern zu nah kamen und sie fast vollkommen von der Welt getilgt wurden.

Opalelfen – Rund 700 Jahre liegt es zurück, dass die Opalelfen verschwanden und mit ihnen die letzten Überreste ihrer dekadenten Kultur. Ihr Geheimnisvolles dahinscheiden ist nie überliefert worden. Es gibt nur noch zwei Opalelfen, die darüber eine Aussage treffen können, Justin D’Arc, der Herr über das Labyrinth ist und sein Neffe Eeliath.

Beide sprechen nie über diesen Teil ihrer Vergangenheit. Eeliath wurde in Sarina geboren und hat nichts davon erlebt und Justin schweigt eisern darüber. Er ist so weit gegangen, sich einen anderen Namen und eine neue Identität zuzulegen, um alle Erinnerungen auf ewig zu begraben. Wenige Eingeweihte wissen, dass er bis heute in den Resten seines Palastes lebt und ein Hochadeliger ist, aber jenseits des Labyrinths ist über ihn nicht viel bekannt

Orc – ein Überbegriff für die meisten großwüchsigen, missgestalteten Männer und Frauen, die einst zu den Elfen Zählten. Ihr deutlichstes Rassenmerkmal sind die immens großen, herausstehenden Unterkieferhauer, die im schlimmsten Fall Fingerlang wachsen können.

Dieses Volk hat aus seiner Verunstaltung eine Kunstform geschaffen, besondere Zahnverzierungen, Gravuren, Aufsätze aus Gold und Silber, mit und ohne Edelsteinen. Zusätzlich gehören sie zu den reinlichsten Rassen, besonders was ihre Zahnhygiene betrifft.

Generell sind Orcs ausnehmend sehnig und muskulös. Einige von ihnen können aber nur schwer ihr ursprüngliches Elfenblut verleugnen. In diesem Fall sehen sie grotesken Elfenabbildern mit zu lang geratenen Gliedmaßen ähnlich.

P

Paresh – ein heißes, überwiegend von Wasser umgebenes Königreich mit besonderen Klimabedingungen. Es gibt starke Regenzeiten, in denen der südliche Teil des Landes einem Morast gleicht. In der Folgezeit ist die Luft so feuchtheiß, dass viele Personen an Atemnot und Überlastung sterben.

Die Trockenzeit wiederum birgt andere Tücken, unter anderem Dürre. Einige Gebiete die an Kalesh und Sarina stoßen, sind davon auch betroffen.

Dahla, die Hauptstadt Pareshs wurde auf einer Insel in einem See errichtet. Brücken führen vom Festland darauf zu. sie ist ein Bollwerk nach innen und außen. Gerüchten zufolge leben etliche Bürger unfrei, wie Gefangene im Inneren. Anderen Aussagen nach soll Dahla ein Juwel der südlichen Baukunst sein, in dem nur ausgewählte Bürger, Berater und Soldaten leben.

Genaugenommen ist Dahla nichts anderes als ein gigantischer Palastkomplex, der sich als Stadt tarnt und alle Formen Bediensteter mit einschließt.

Parhur – Lebewesen mit Dämonenblut, was sich in der einen oder anderen sichtbaren Form ausdrückt. Bei einigen zeigen sich Hornansätze, Reißzähne, ein scharfes Gebiss, vollständig rote oder schwarze Augen, im schlimmsten Fall verkrüppelte Flügelansätze, fauliger Körpergeruch oder einen Schwanzfortsatz.

Der größte Teil aller Parhur stammt aus den heißen Gebieten Äos’ nah Sarina, Paresh, Kalesh oder der Wüste.

Sie sind dem Element Feuer geweiht und beten deren Avatar an, beherrschen aber in den seltensten Fällen irgendeine Art der Magie. Ihnen fehlen die meisten besonderen Fähigkeiten, die reinblütige Dämonen besitzen.

Die Gesellschaft keines Landes sieht Parhur sonderlich gern. Zumeist leben sie in kleinen Enklaven am Rand der Gesellschaft, oft als einfache Arbeiter, Bauern und Handwerker.

Wenn ein Parhur aus dem Rahmen des Gesetzes fällt, nutzt er gern seinen schlechten Volksruf aus, um Angst und Schrecken zu verbreiten oder die Gefährlichkeit seines Namens zu untermauern.

Q

R

Rattenmenschen – Rasse von riesenhaften, nahezu unsterblichen, humanoiden Ratten. Sie sind Konstrukte, geschaffen aus Magie und Alchemie, die Vorläufer der Automaten mit selbstständigen Gedanken und Gefühlen.

Durch ihre robuste Natur sind sie nahezu unverwundbar, aber normalerweise nicht in der Lage sich zu vermehren. Einzige Ausnahme ist Sisikazev Viz Cyan, die einzige Ratte, die geboren wurde und offen in Valvermont lebt. Sie stellt den ersten Capitaine der Leibgarde des Prinzen und ist ihm treu ergeben.

Rouijin

S

Sarina

Seraph – Luftgeborene oder auch die Unglücksboten. Sie sind eine Rasse von Gestaltwandlern, die im Rahmen ihres Alters alle Altersstufen annehmen können und in der Lage sind, ihr Geschlecht zu ändern. Sie sind in der Lage ihre Flügel aus ihrem Körper heraus zu befreien und zu nutzen. Ihre natürliche Gestalt ist schwarz und mit besonders dichter, dicker Haut versehen, die einen flexiblen Schutz bietet. Magie gehört zu ihren angeborenen Fähigkeiten.

Durch Aberglaube und ihren schlechten Ruf waren sie über Jahrhunderte gezwungen ihre Gestalt hinter einer anderen Rasse zu verbergen. Dieser üble Leumund entstammt in erster Linie der Annahme, dass ihnen selbst nie Glück beschieden ist und sie deshalb andere ins Unheil reißen.

Südstadt

T

Todesring – ein um das Labyrinth existenter Ring von mehreren Straßenzügen, in denen es keinerlei Leben gibt. Man sagt, die lebenden Toten wandelten dort.

Auffällig nur, dass die Häuser in einem seit Jahrhunderten anhaltend nutzbaren Zustand sind.

Mutproben von Kindern und Jugendlichen führten meistens dazu, dass diese nie wieder zurückkehrten.

Trolle – Nach dem Krieg haben sie ihr zurückgezogenes Leben, in den Bergen und Grenzländern zwischen den Nordlanden und Valvermont, aber auch Paresh und Sarina aufgegeben. Sie bewahren das Geheimnis um die Oger tief in den Legenden ihres Volkes. Sie gelten als Humanoidenfresser, sind aber in vielen Fällen sogar Vegetarier. Ein paar von ihnen forcieren die Trennung zu anderen Völkern, weil die Dekadenz der Zivilisation ihren im Krieg erschütterten Glauben an ihre Götter zusätzlich angreift und sie den Gedanken leben, dass die Existenz in Städten den Fluss ihrer natürlichen Magie stark hemmt. Sie stellen viele Druiden, Hexen und Naturpriester, aber genauso viele starke natürliche Magier, die in ihrer konzentrierten Lebensweise meist weitaus effektiver als arkane Zauberkundige sind. Die Weisheit des Volksglaubens ist nicht zu unterschätzen. Hat auch einmal ein Troll einem anderen Wesen seine Treue geschworen, so wird keine Macht der Welt diesen Bund je wieder lösen können.

Die Mehrheit der Trolle lebt allerdings in der Zivilisation und stellt ausgezeichnete Händler, weltoffene, herzliche Männer und Frauen, die für ihre Gastfreundschaft und ihre Fähigkeit zu feilschen berühmt sind.

Diese Trolle sind besonders magiearm, aber sie wissen den Kontakt zu anderen Rassen nicht nur zu schätzen sondern ziehen all ihre Kraft aus der Kommunikation und dem lebendigen Miteinander. Leider werden diese Geschöpfe selten älter als 50 bis 80 Jahre alt.

U

Universitätsviertel

V

Valverde

Valvermont – Die Freistadt Valvermont liegt an der westlichen Küste, zwischen dem Kaiserreich und den Nordlanden. Nördlich und östlich wird sie umfasst von den Blutbergen, die in die Eisenberge übergehen. Ein großer Teil der beiden Gebirge ist Hoheitsgebiet des Nordens, geht aber in den Südausläufern in das Gebiet des Kaisers über. Im Umkreis von 100 Meilen gehören das Land und die Orte noch zu Valvermont.

Night’s End, das östlich in den Gebirgswäldern der Blutberge liegt, ist noch Teil von Valvermont.

Die Stadt ist unter der Regentschaft von Prinz Mesalla, der sie vor etwas über 150 Jahren in seinen Besitz brachte, indem er die Nachfahren des damaligen Königs kurzerhand absetzen ließ und via Notstandsgesetzen die Regentschaft übernahm. Das vormalige, durch Inzest kränkelnde Herrscherhaus würde in ein dauerhaftes Exil auf die Halbinsel Gismonda verbannt.

Seit Mesalla, der einer der schwarzen Drachenprinzen aus Kalesh ist, die Herrschaft übernahm, brachte er die zerrüttete und finanziell schwache Stadt zu neuem Glanz und Wohlstand.

Er führt die Stadt eiserner Hand, aber auch gewitzt und diplomatisch perfekt taktierend.

In Valvermont sammelten sich, durch den plötzlichen Wohlstand, viele Magierorden, die Mesalla nur zu bereitwillig zu seinem Gesamtkonzept hinzufügte. Mit Hilfe der Zauberei aller Arten, hält er ein ausgewogenes Klima, in dem alles an wichtigen Früchten und Getreide wächst und gedeiht.

Die Stadt selbst, teilt sich unterschiedliche Bezirke auf.

Südstadt, Universitätsviertel, Hafen, Patrizierviertel (Oberstadt), Handwerkerviertel, Künstlerviertel, Labyrinth. Alles ist um den Großmarkt und den Regierungspalast, bzw. das Theater angeordnet.

Jeder einzelne Stadtteil hat noch einmal eigene, kleinere Marktplätze und die Meisten haben Sammelbrunnen, aus denen sie ihr Trinkwasser beziehen. Allerdings haben der Palast und die Oberstadt eigene Pumpenanlagen, um direkt aus der großen, unterirdischen Kaverne unter der Stadt ihr Wasser in die Häuser hinein zu verlegen.

Unter dem Labyrinth, dem Ort der Ausgestoßenen und Verbrecher, gibt es die unterirdische Kristallstadt.

Dass die Stadt eigentlich von drei Männern regiert wird, ist außerhalb Valvermonts nicht bekannt.

Mesalla beherrscht die Stadt in ihrer Gesamtheit, Justin D’Arc ist der Herr des Labyrinths und Nicodemus der Herrscher der Kristallstadt. Mesalla verlässt sich sehr auf die Meinung der beiden Männer. Gemeinsam bilden sie die Regierung Valvermonts.

Villenviertel/ Oberstadt

W

X

Y

Z

Zehntag – Äos hat eine zehntägige Woche mit Tagen, die umgerechnet 20 Stunden lang sind. Die Stundeneinteilung wird von den drei Monden und ihrem trägen Zyklus bestimmt.

Zeitrechnung – Auf Äos hat eine Stunde hundert Minuten, ein Tag zwanzig Stunden und eine Woche zehn Tage (Zehntag).

Diese Rechnung macht sich am Sonnen-/ Mondlauf fest, der von dem größten der Monde bestimmt wird.

Zwerge – Aufgrund ihrer Kraft und der geringen Größe, sind Zwerge zumeist benachteiligt, wenn es um das Bardengeschäft geht, aber die besten und mitreißendsten Balladen (mit Tendenz zum Gassenhauer) stammen aus den Federn der Zwerge. Auch sagt man, sie seien keine guten Diebe. Das stimmt allerdings nicht ganz. Einige sind hervorragende Langfinger und ihre Qualitäten im Versetzen von Waren ist auch nicht zu unterschätzen. Allerdings arbeiten die meisten von ihnen in angesehenen Berufen als Handwerker, Händler oder Soldaten. Sie sind in ihrem Denken und Handeln oftmals wesentlich naturverbundener als Elfen, die sich gerne von der Dekadenz tragen lassen. Unter ihnen finden sich oft auch in Dörfern Bauern, Viehzüchter und Dorfvorsteher. Ihnen steht die Magie auf besondere Weise offen. Sie zaubern wie Priester, erwirken aber etwas Magierartiges als Effekt.

Sie sind freundlich und rau in ihrem Wesen und leben gerne mit anderen Rassen zusammen, allerdings meiden sie Seraphin.

Karte Äos
Karte Äos

Der Rebell: Leserunde auf Facebook

Hallo ihr Lieben,

ja, ich lasse auch mal wieder was von mir hören 😉

Bis zum 10.08. könnt ihr euch zur Leserunde auf Facebook noch anmelden, wenn ihr dem Link folgt und euch mit einem Kommentar verewigt 🙂 Plätze sind noch drei.

Worum es geht:
Der 16-jährige Oliver und seine jüngeren Brüder Christian und Michael überleben nur knapp ein Massaker. Ihr Vater ermordet nicht nur ihre Mutter, sondern auch zwei weitere Geschwister. Das Motiv scheint auf der Hand zu liegen: Untreue. Aber Oliver will daran nicht glauben, insbesondere, als auf Christian ein weiterer Anschlag verübt wird. Unter Verdacht steht ihr Großvater, der einzige angebliche Verwandte, der ihre Vormundschaft übernehmen soll. In seinem Haus werden mehrere Tote gefunden, doch die Leichen liegen bereits seit 70 Jahren dort. Die Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, allerdings will Oliver nicht an Zufälle glauben. Gemeinsam mit dem unerfahrenen Kommissar Daniel Kuhn und dem überreizten Matthias Habicht versucht er Parallelen in den Fällen zu finden. Doch schon bald wird klar, dass sie trotz Polizeischutzes nicht sicher sind, denn ihre Gegner scheinen nicht unter den Lebenden zu weilen …

Hier findet ihr die Leseprobe zum Rebell 🙂

Leserunde Facebook
Leserunde Facebook

Als keiner Bonus nochein Zitat aus dem Kapitel “Camilla”:

„Was für ein schönes Haus“, murmelte Oliver. Das war nicht ganz, was ihm durch den Kopf ging, aber es zählte zu den unverfänglicheren Dingen.
„Schon richtig, aber es ist nur eine zeitweilige Lösung.“ Die Worte klangen ernüchternd. Oliver versuchte, die aufkeimende Sehnsucht zurückzudrängen. Mühsam sammelte er sich und nickte. „Ist mir schon klar.“ Er wandte sich Daniel zu. „Bleibst du eigentlich hier?“ Nun war die Frage raus. Nervös betrachtete er ihn.
„Du kannst wohl gar nicht mehr ohne mich, wie?“ Daniel lächelte. Dieses Mal reichte es nicht bis zu seinen Augen. Ein stiller, schmerzvoller Ausdruck lag stattdessen in seiner Mimik. Was bedrückte ihn? Seit er das Haus betreten hatte, wankten seine Gefühle unübersehbar. Vielleicht konnte er ihn aufmuntern, indem er auf seine Worte einstieg.
„Klar, ich will den Rest meines Lebens mit dir verbringen …“ Das klang weder spöttisch noch scherzhaft, sondern nur bescheuert. Er war verliebt in Daniel.
Natürlich wollte er bei ihm sein. Er wollte dieses treue, liebe Gesicht weiterhin
so oft wie möglich sehen, Daniels Lachen hören und sicher sein, ihn nicht zu verlieren.
Seine Worte hatten getroffen. Daniels Lider zuckten. Ein melancholischer Ausdruck schlich sich in seine Miene. Um das zu überspielen, verengte er die Augen. Trotzdem zuckte auch sein Mundwinkel.
Was hatte er nur angerichtet? Unsicherheit war nie ein guter Berater. Automatisch senkte Oliver den Blick und wagte nicht aufzusehen.
„Das war Scheiße“, murmelte er betroffen. Eine Reaktion blieb aus. Er ließ sich auf dem Fensterbrett nieder und klammerte sich an dem lackierten Holz fest. Kälte zog in seinen Rücken. „Ich will, dass du in meiner Nähe bist. Du bist einer der wenigen Freunde, die mir geblieben sind, und der Einzige, dem ich blind vertraue.“
Das war so ziemlich das umständlichste Eingeständnis, was es gab. Offensichtlicher ging es kaum, wahrscheinlich lachte sich Daniel gleich schlapp, frei nach dem Motto: Geiler Einsatz, danke, aber ich bin nicht schwul.
Aber er schwieg.
Vorsichtig hob Oliver den Kopf.
Daniels Hände zitterten. „Hör auf, dich um Kopf und Kragen zu reden.“
„Trotzdem …“
„Alles okay, Olli.“ Daniel fiel ihm ins Wort. In seiner Stimme lag Wärme. Er drückte seine Schulter, massierte ihn sacht und grinste. „Der Fall Hoffmann ist mein Fall, und ich gebe ihn nicht aus der Hand.“ Er schob seine Hände in die Hosentaschen. „Und wenn ich die Akte schließe, verspreche ich dir, dass ich dir weiterhin erhalten bleibe.“

Neuveröffentlichung: Der Rebell

Hallo zusammen,

wie üblich melde ich mich immer nur sporadisch, aber … *kleiner Trommelwirbel* … “Der Rebell” ist nun schon so weit, dass der Probedruck bei HOMO Littera angekommen ist (und natürlich noch mal gründlich geprüft wird). Eben habe ich noch mal meine Danksagung überarbeitet und an Romy geschickt, dafür hat sie den ehemaligen Rückklappentext in etwas echt schickes Verwandelt 🙂
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Der 16-jährige Oliver und seine jüngeren Brüder Christian und Michael überleben nur knapp ein Massaker. Ihr Vater ermordet nicht nur ihre Mutter, sondern auch zwei weitere Geschwister. Das Motiv scheint auf der Hand zu liegen: Untreue. Aber Oliver will daran nicht glauben, insbesondere, als auf Christian ein weiterer Anschlag verübt wird. Unter Verdacht steht ihr Großvater, der einzige angebliche Verwandte, der ihre Vormundschaft übernehmen soll. In seinem Haus werden mehrere Tote gefunden, doch die Leichen liegen bereits seit 70 Jahren dort. Die Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, allerdings will Oliver nicht an Zufälle glauben. Gemeinsam mit dem unerfahrenen Kommissar Daniel Kuhn und dem überreizten Matthias Habicht versucht er Parallelen in den Fällen zu finden. Doch schon bald wird klar, dass sie trotz Polizeischutzes nicht sicher sind, denn ihre Gegner scheinen nicht unter den Lebenden zu weilen …
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Na? Besser, oder? Wahrscheinlich kann ich euch auch bald das neue Cover präsentieren 🙂 Auch das passt um Längen besser als das alte.

Als kleine Anmerkung zur Neuveröffentlichung: Das Buch ist vollständig überarbeitet und Szenenweise verändert. Ich muss sagen, ich mag diese Version wirklich sehr gerne und bin stolz darauf 🙂 Besonders die Änderung bei den Zwillingen hat es mir vereinfacht, die beiden Jungs besser im 2. Band einzubeziehen.
Chris ist zwar immer noch ein AK (Arschloch-Kind), aber er ist auch ziemlich stark und später sehr zielstrebig und mutig, und Micha … er ist erwacnsener, aber auch definitiv zurückhaltender – aus nachvollziehbaren Gründen.
Im Folgeband erzählen Olivers Brüder, wie sie die Folgen der Morde erfahren mussten, dass es ganz und gar nicht einfach für sie war und wie ihre Umwelt die Bluttat reflektiert hat. Ebenso wird klar, wie Daniel damit umgeht und wie er den Kontakt zu Tom Hoffmann, dem Vater der Jungen wahrgenommen hat.

Hier noch ein kleiner Auszug aus dem ersten Kapitel zu “Der Rebell”:
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Ihr hysterisches Lachen endete in ersticktem Röcheln.
Die folgende Stille versetzte Oliver in abgrundtiefes Entsetzen. Nur das Geräusch von Metall, das Knochen zersplitterte, drang zu ihm. Das Monster zerfleischte sie. Der Anblick brannte sich in seinen Verstand. Er stöhnte. Seine Knie zitterten, zugleich fühlte sich sein Körper an, als würde Lava durch seine Adern strömen. Mit hämmerndem Herzen kauerte er sich tiefer unter die Anrichte und presste seine Fäuste auf die Ohren. Er biss auf seine Unterlippe und schmeckte Blut. Ihm wurde schwindelig. Mühsam zwang er sich zur Ruhe. Er musste fliehen, die Polizei rufen, doch er konnte sich nicht regen. Alles in ihm wehrte sich gegen den Anblick, die Geräusche und den Geruch. Er wagte nicht einmal, ins Wohnzimmer zu spähen – aber er musste, jetzt sofort, bevor auch er starb.
Vorsichtig sah er über die Küchenplatte. Noch immer rammte dieser Wahnsinnige sein Messer in ihren Leib. Deutlich hörte er, wie die Spitze sich in den Boden bohrte. Der Körper seiner Mutter lag vor der Terrassentür. Ihr Blut tränkte den hellen Teppich. Sein Vater kauerte wie ein Nachtmahr über der Masse aus zerschnittenem Gewebe und zerhackten Knochen. Er hob sich deutlich gegen die hellen Gardinen ab. Schwarzgrauer Dunst kräuselte sich um ihn. Stammte der von der brennenden Zigarette seiner Mutter?
Oliver reckte sich vorsichtig. Die Schwaden waren zu dunkel. Oder täuschte er sich?
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Derzeit arbeite ich am 2. Buch, dem direkten Anschluss an den Rebell. 336 Seiten sind schon geschafft. Nun bin ich gespannt, wie zügig ich vorankomme. Wenn ich das Roh-MS abgeschlossen habe, überarbeite ich alles noch mal gründlich und schicke es Romy zu.
Eine Änderung gibt es im Erzählstil zum ersten Buch: Es gibt nicht mehr nur Olivers Perspektive. Hier wechselt sie zwischen Daniel und ihm. Damit bekommt ihr einen besseren Einblick in Daniels Gedanken- und Gefühlswelt. Vor allem lüftet er einige seiner Geheimnisse und ihr erfahrt mehr über seine Vergangenheit.
Aber mehr dazu in den nächsten Posts 😉

Glasseelen – Leserunde

In der letzten Zeit habe ich mich – freundlich ausgedrückt – rar gemacht … sorry. Nun bin ich aber wieder zurück.
Glasseelen, mein Mystery-Triller, der ursprünglich 2013 bei Bookshouse erschienen ist, kam pünktlich zum 01.10.2017 neu, überarbeitet und vor allem im neuen Gewand bei Edition Roter Drache neu heraus.

9783946425311

Wahrscheinlich erinnert ihr euch noch an das alte Cover. Passend zur Überarbeitung passt das neue enfach besser.
Etliche Dinge, die mich in der ursprünglichen Version gestört haben, sind nun nicht mehr im Buch. Besonders um Theresa habe ich einiges abgeändert. Sie ist keine Last mehr, aktiver, einfach realer, sodass es mir richtiggehend leid tat sie … na, ihr wisst schon. Aber Camilla hat auch eine Wandlung hinter sich. Sie hängt definitiv nicht mehr am Rockzipfel ihrer Familie. Andererseits … Auto fahren kann sie auch hier noch nicht 😉
Wer möchte, kann sich gerne an der Leserunde auf LovelyBooks beteiligen. Derzeit gibt es 10 Bücher zu gewinnen (eBooks und Print-Ausgaben).
Und wer mich kennt weiß, dass es bei allen Büchern eine Besonderheit gibt: Sie sind mit Illustrationen versehen.

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Nur mal als kleiner Anreiz 😉
Hier wieder der übliche Klappentext und ein kleiner Ausschnitt, die Leseprobe aus dem ersten Kapitel:

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Vor Camilla und Theresa stürzt sich ein Mann vom Dach des Pergamonmuseums zu Tode. Seine Augen lösen sich in Staub auf, und aus seiner Hand rollen blutige Augäpfel sowie ein antikes Fernrohr. War es Selbstmord?

Theresa schwört, dass sie kurz zuvor auf dem Dach einen ungeheuren, missgestalteten Mann wahrgenommen hatte, der den vermeintlichen Selbstmörder gestoßen hat. Dabei gibt es eine unheimliche Parallele zwischen dem vermeintlichen Selbstmörder und den Opfern eines Serienkillers, der in Berlin sein Unwesen treibt: herausgeschnittene Augen.

Obwohl sich Camilla und Theresa unter der Betreuung der Polizei in Sicherheit wähnen, nimmt der Serienkiller sie ins Visier, und wenig später verschwindet Theresa spurlos. Ist sie geflohen, weil sie sich von Andreas Grimm, dem ermittelnden Oberkommissar, bedrängt fühlte, oder wurde sie Opfer des Serienmörders? Camilla versucht, ihre Freundin auf eigene Faust zu finden und dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Mit dem Namen „Sandmann“ bekommt sie einen entscheidenden Hinweis, doch der Killer ist nicht leicht zu überlisten. Von Panik getrieben, gerät Camilla in die Unterwelt der Hauptstadt und stößt dort auf rätselhafte Menschen.

Tief unter der Stadt wird währendessen wieder die ausgeweidete, augenlose Leiche einer Frau entdeckt – Theresa.

***

Als sein Schädel auf dem Boden aufschlug und ein Rinnsal hellen Blutes um die Spitze ihres Turnschuhs lief, hörte die Welt für einen Moment auf zu atmen. Camilla starrte auf den Mann, der sich vor ihren Füßen zu Tode gestürzt hatte. Sein aufgedunsenes Gesicht verfärbte sich langsam blauviolett. Äderchen traten an Stirn und Schläfen hervor. Über seine halb offenen Lippen quollen Blut und Speichel, seine gebrochenen Glieder standen grotesk ab. Knochen stachen durch den Stoff von Jeans und T-Shirt.
Camilla hätte nie gedacht, dass jemand so wenig blutete, wenn er von einem Dach sprang. Sie betrachtete den Toten aus einer eigenartig fernen Perspektive. Als läge er nicht zerschmettert zu ihren Füßen, sondern als liefe ein Film vor ihr ab. Vielleicht lag es an der Stille, an diesem Fehlen jedweden Lautes.
Die Hände in den Taschen ihrer Jacke vergraben, die Finger um irgendetwas verkrampft, beobachtete sie, wie sein Blut unter ihre Schuhe rann und den Saum ihrer Cordhose durchtränkte. Erst nach einer Weile trat sie einen Schritt zur Seite. Trotzdem konnte sie den Blick nicht von dem Mann wenden. Seine toten Augen schienen in den wolkenlosen Sommerhimmel zu starren. In der intensive blauen Iris glitzerten Sonnenstrahlen. Etwas rollte aus den Fingern seiner linken Hand. Camilla fuhr zusammen. Eisige Kälte kroch ihre Wirbelsäule herauf und legte sich erstickend um ihr Herz.
Zwei blutige Kugeln, an denen feine, feuchte Nervenstränge hingen, blieben unweit der verdrehten Schulter neben seinem Gesicht liegen. Unter den klebrig roten Schlieren und dem Straßenschmutz stachen hellblaue Iris hervor.
Eine Woge Grauen überflutete Camilla und drohte, ihren Verstand mit sich zu reißen. Sie biss sich auf die Unterlippe und den Piercingring. Der kurze, stechende Schmerz half, die aufkommende Panik zu dämpfen.
Sie schluckte einen Kloß im Hals hinunter, dennoch blieb die Angst. Ihr Magen rebellierte, ihre Knie waren kaum noch in der Lage, sie zu halten.
Kontrolliert atmete sie ein und aus, bis der Boden unter ihren Füßen wieder stillstand. Etwas hatte sich verändert. Der Himmel spiegelte sich nicht mehr in den toten Augen. Sie wurden stumpf und verloren alle Farbe, bis sie wie graubraune Erdklumpen aussahen. Ein Stück bröckelte daraus ab.
Wie paralysiert fixierte Camilla die Steinklumpen in den Höhlen, die zu grauem Sand und Staub zerfielen. Wind kam auf und wehte ihn davon. Von einem Herzschlag auf den anderen erwachte die Welt um sie zu neuem Leben. Menschen schrien und rannten über den Museumsvorplatz. Der Straßenlärm überrollte Camilla mit unsäglicher Gewalt und in einer Geschwindigkeit, als raste die Zeit, um den verlorenen Takt wieder einzuholen.
Erschrocken presste Camilla die Hände gegen die Ohren. Theresa zuckte zusammen und umklammerte ihren Arm. Sie stöhnte lese auf. Camilla merkte, dass sie zu wanken begann. Unsicher taumelte Theresa und zog sie von dem Toten fort.
Sie stolperte zwei, drei Schritte rückwärts. Camilla konnte ihren Blick nicht von den blutigen Abdrücken ihrer Schuhsohlen lösen. Sie folgte den Spuren zurück zu der Leiche.
„Camilla!“, würgte Theresa hervor. Ihre Stimme klang viel zu hoch. Der schiere Anblick des Toten musste sie entsetzen. Zitternd vergrub sie ihr Gesicht an Camillas Hals. Ihr feuchtwarmer Atem fühlte sich unangenehm an. Dennoch umarmte Camilla sie fest und drückte sie an sich. Am Rande bemerkte sie, dass sich Schaulustige um sie sammelten. Einige drängten vor, suchten aber eilig das Weite, als sich entfernt Martinshörner in den Lärm der Umwelt mischten.
Camilla fokussierte den Mann immer wieder. Die zu Staub zerfallenen Augen konnte sie sich nur eingebildet haben. Erneut kroch Kälte in ihren Körper. Was für ein kranker Albtraum war das? Sie zwang sich, das Gesicht nicht länger anzustarren, doch ihre Aufmerksamkeit kehrte immer wieder zurück, registrierte jedes Detail. Seine Rechte hielt ein altes Fernrohr umklammert. Das Licht brach sich auf Okular und Messingelementen. Vergleichbare Objekte kannte sie von Steampunk-Veranstaltungen, aus Museen und Büchern, aber dieser Gegenstand löste eine eigenartige Empfindung von Erkennen aus. Sie kniff die Augen zu Schlitzen zusammen. Es war ein Déjà-vu, verbunden mit dem Wunsch das Fernrohr an sich zu nehmen. Plötzlich fiel es Camilla schwer, nicht die Hand auszustrecken und danach zu greifen. Es war wie ein Zwang, erstickend und stark. Sie musste es haben! Für einen Moment zerriss der Schleier und die Wahrheit blitzte auf. Es war nur ein einziger kurzer Moment, zu schnell vorüber, um ihn zu ergreifen. Was zurückblieb, war nebulöse Leere, die sie nicht zu füllen in der Lage war.
Theresa riss sich von ihrer Seite los und begann zu würgen. Der letzte Rest des unheimlichen Banns brach. Hilflos hielt sie die Schultern ihrer Freundin umfasst, während diese sich übergab. Tränen rannen über Theresas Wangen und zogen feuchte Spuren über ihre bleiche Haut. Ihre außergewöhnlichen, zweifarbigen Augen wirkten entzündet und die schweren Lider verquollen. Sie zitterte am ganzen Leib. Feine Schweißperlen bedeckten ihre Haut und verklebten die kurzen blonden Haare auf ihrer Stirn. An den Lippen hingen noch Tropfen von Erbrochenem.
Keuchend knickte Theresas ein. Camilla konnte gerade noch zugreifen, bevor sie auf dem Boden aufschlug. Sie stützte ihre zierliche Freundin und führte sie zu einer Bank, ließ sie Platz nehmen und suchte in ihrer Jacke nach Taschentüchern. Plötzlich erfasste sie ihre Umwelt wieder vollkommen rational. Ihr war sofort bewusst, was sie zuvor umklammert hatte: Taschentücher und Geldbörse. Rasch zog sie das Päckchen hervor. Der Geruch nach Säure und halb verdautem Frühstück stieg ihr in die Nase. Das Erbrochene war zu viel für ihren Magen. Sie versuchte, so wenig wie möglich zu atmen, als sie Theresa die Magensäuretropfen von den Lippen tupfte. Erneut würgte Theresa. Hoffentlich übergab sie sich kein zweites Mal. Der Geruch allein reichte aus, dass es Camilla übel wurde. Als sie das schmutzige Taschentuch ein Stück von sich auf den Boden warf, fing sie sich wieder. Sie ließ sich vor ihrer Freundin in die Hocke sinken und ergriff ihre Hände. Trotz der morgendlichen Julihitze fühlten sie sich an wie die einer Toten. Aus weit aufgerissenen Augen starrte Theresa durch sie hindurch. Der Anblick der blauen und der braunen Iris wirkte leicht verwirrend. Angst hatte sie dunkel gefärbt. Unwillkürlich fragte sich Camilla, was Theresa gesehen hatte. Das Gleiche wie sie?
Langsam kroch ein Hauch des Grauens in ihr Herz. Sie fror entsetzlich. Ihre Hände flatterten. Aber sie empfand nichts, es waren Theresas Gefühle, die sie in sich aufnahm. Sie fürchtete sich vor dem Augenblick, in dem sie von all den Emotionen überschwemmt würde, die sie bislang erfolgreich verdrängte. Doch im Moment konnte sie nichts weiter tun, als für Theresa da zu sein und alle Stärke aufzubringen, zu der sie in der Lage war. Nur wie lange hielt sie das durch?
Jenseits der Spreegabelung und der Museumsbrücke hielten Krankenwagen und Polizei. Sanitäter mit Bahre und Zinksarg überquerten den Steg und kamen die Stufen herauf, während uniformierte Polizisten Schaulustige zur Seite trieben.
Camillas Gedanken kreisten um den Selbstmörder. Wer war er gewesen und warum war er gesprungen?
Ihr Blick schweifte über den Museumsvorplatz, über das ameisenartige Gewusel von Männern und Frauen in Uniformen und an der glatten Fassade hinauf. Von außen gab es keinen Weg hinauf. Wie war er also in das Gebäude gelangt … und von welcher Stelle war er gesprungen, um punktgenau vor ihren Füßen aufzuschlagen? Über dem Quader, der den Haupteingang bildete, gab es aus ihrer Perspektive keine Möglichkeit, das Dach zu betreten. Rechts und links neben den Seitenflügeln standen auch keine Scherenbühnen oder andere Hebeeinrichtungen. Möglicherweise irrte sie sich und er hatte den Sprung von ganz oben geschafft. Aber dann hätte er auf dem Vordach aufschlagen müssen, was ihm vermutlich schon das Genick gebrochen hätte und er gar nicht hier unten aufgeschlagen wäre. Sie legte den Kopf in den Nacken, um den pylonartigen Zentralflügel besser in Augenschein nehmen zu können. Es wäre vollkommen unmöglich gewesen, von dort in einem so weiten Bogen zu springen. Niemand überbrückte mehr als 10 Meter Tiefe, selbst wenn er geschleudert worden wäre. Theresa lehnte sich vertraut an sie. Ihre kleine Hand blieb auf Camillas Hüfte liegen. Sie brauchte dringend Zuwendung. Sacht streichelte Camilla über ihre Schulter und drückte sie fest an sich.
„Geht es dir besser?“, flüsterte sie. Theresa sah zu ihr und verzog gequält die Lippen. Langsam schüttelte sie den Kopf. In ihren Augen stand noch immer dieser tiefe Schrecken. Besorgt fuhr Camilla durch ihr strubbeliges Haar.
„Kann ich verstehen.“ Camilla fühlte nichts von dem Schrecken. Ihre Neugier war geweckt. War das nicht vollkommen irrsinnig? Warum dachte sie schon wieder über den Toten nach? Sie sah die Leiche an. Der arme Kerl begann ihr leidzutun. Trotzdem wollte sie wissen, wie er gestorben war und warum. Wie war er überhaupt vor der Öffnungszeit ins Museum gekommen? Sie kniff die Augen zu Schlitzen zusammen. Wenn er Mitarbeiter des Museums war, wäre es erklärbar gewesen. Aber er trug weder Uniform noch Arbeitskleidung wie die Leute der Putzkolonne. Möglicherweise hatte er sich noch nicht umgezogen. Von den Fielmann-Mitarbeitern wusste sie, dass sie sich auch erst im Haus umzogen, bevor sie an die Arbeit gingen. Vielleicht war es bei ihm nicht anders. Sie biss sich auf die Lippe, zupfte an den trockenen Hautschüppchen um ihren Piercingring.
„Können wir verschwinden?“, flüsterte Theresa dicht neben ihrem Ohr, sodass ihr Atem auf der Haut kitzelte.
Mit einer Kopfbewegung zu den Einsatzfahrzeugen schüttelte Camilla den Kopf.
„Ich glaube, das können wir knicken.“
Schwer seufzte Theresa. „War mir klar.“ Sie schob ihre Arme um Camillas Taille und kroch halb unter ihre Jacke. Leise fügte sie hinzu: „Das werde ich nie mehr vergessen.“ Ihr Zittern nahm zu. Sanft umschlang Camilla sie und schmiegte ihre Wange in Theresas Haar. „Der Tote?“, fragte sie.
Trocken schluckte Theresa. „Auch, aber besonders dieses …“ Sie zuckte in Camillas Arm die Schultern, als sie keine Worte fand.
„Dieses was?“, hakte Camilla mit in Falten gelegter Stirn nach.
„Ich weiß nicht, wer oder was das war, aber nachdem der Körper aufgeschlagen ist, habe ich hochgeschaut und jemand da stehen sehn.“

***

Ich hoffe, der kleine Ausschnitt hat euch gefallen 🙂

Bücher, Bücher, Bücher, …

Von meiner Seite gibt es sehr gute Nachrichten zu meinen Projekten. Die Romane Glasseelen, Der Rebell und Die Seelenlosen – Die Stadt der Maschinenmagie haben neue Verlage gefunden 🙂 Aber nun der Reihe nach.

Die Seelenlosen sind ab sofort bei DeadSoft untergekommen und werden dort auch weiterveröffentlicht. Ihr könnt die Bücher also sehr schnell wieder über Simon Rhys Beck erhalten. Das bedeutet auch, dass der zweite Band bald zu lesen sein wird.

Klappentext Die Seelenlosen:
Valvermont war einst die Heimat des Kriegsveteranen Gwenael Chabod, der zum Commandanten über die Garnisonen der Stadt berufen wird. Sein Geliebter Orin – ein ehrwürdiger Priester orcischer Abstammung – ist an seiner Seite, als sich vor Gwenaels Augen ein Mann in eine seelenlose Kreatur verwandelt.
KurCoverz darauf wird eine junge Frau getötet. Einziger Augenzeuge ist der Dieb Jaleel. Sein Bericht deckt Grauenvolles auf – und bringt sein eigenes Leben in Gefahr.
Gemeinsam mit neuen Freunden und Verbündeten jagt Gwenael den finsteren Geist, der von Valvermont Besitz ergriffen hat. Nicht ahnend, wie nah ihm die Dunkelheit bereits ist.
Ein Roman aus einer fantastischen Welt, die die ersten vorsichtigen Schritte in Richtung Moderne wagt. Umgeben von dampfbetriebenen Maschinen, mächtigen Magiern und einem undurchsichtigen Stadtoberhaupt muss Gwenael sich fragen, wem er trauen kann, wer seine Freunde sind, wer ihn liebt und welche düsteren Geheimnisse die Villa seiner Familie birgt.

Hier noch ein kleiner Vorgeschmack auf Band 2 (Vorsicht, Spoiler!):
Hinter den Mauern der ausgebrannten Anstalt Jarvaise lauert die Finsternis und unter der Stadt schlägt ihr mechanisches Herz. Jaleel, Gwenael und seine Schwester Desirée begegnen dem Ursprung der Experimente um Stahl und Lebensenergie: Jarvaise Cordellier, einem Leichnam, der von seiner Tochter Gaëlle durch gestohlene Seelenkraft am Leben erhalten wird. Aber der Tod von Jarvaise und seiner Tochter ist nicht das Ende. Gaëlles Netzwerk ist weitreichend. Weiterhin sterben Menschen und Valvermont wird binnen einer Nacht von Fleischpuppen überrannt. Gwenael weiß, dass er mit seinen Gefährten gegen die Zeit arbeitet, denn die Maschinerie unter der Stadt hat sich verselbstständigt und das dunkle Herz beginnt wieder zu schlagen.

Glasseelen kommt im Mai 2017 bei der Edition Roter Drache heraus und wird noch einmal gründlich überarbeitet. Das bedeutet, dass der Roman in neuem Outfit und einigen Änderungen zu euch kommt, freut euch also auf Steampunk in der Gegenwart, Msytery und Krimi – alle in Berlin 😉 Und ich bin schon jetzt auf das neue (vielleicht besser passende) Cover gespannt.

Klappentext Glasseelen:
Für die 19-jährige Camilla und ihre Freundin Theresa endet ein Museumsausflug mit einem Schock. Ein Mann stürzt sich vor ihren Füßen zu Tode.

Glasseelen - Schattengrenzen I

Seine Augen lösen sich in Staub auf, aus seiner Hand rollen blutige Augäpfel. Steht der Suizid in Zusammenhang mit einem wahnsinnigen Mörder, der sein Unwesen in Berlin treibt? Bereits mehrere junge Frauen sind ihm zum Opfer gefallen. Die verstümmelten Leichen verbindet ein grausiges Merkmal: herausgeschnittene Augen. Obwohl sich Camilla und Theresa unter der Betreuung einer Psychotherapeutin und der Polizei in Sicherheit wähnen, nimmt der Serienkiller sie ins Visier. Von Panik getrieben gerät Camilla in die Unterwelt der Hauptstadt und stößt auf rätselhafte Menschen. Können der greise Amadeo oder der attraktive Chris sie vor ihrem fanatischen Verfolger retten? Mit dem Namen „Sandmann“ gibt Chris ihr einen entscheidenden Hinweis, doch der Killer ist nicht leicht zu überlisten. Um seinen Attacken zu entkommen, muss sich Camilla nicht nur ihrem Peiniger stellen. Sie entdeckt eine übersinnliche Fähigkeit, die vielleicht besser im Verborgenen geblieben wäre …

Der Rebell ist zwar noch immer Teil der Reihe und kommt direkt im Anschluss an Glasseelen, aber der Verlag ist ein anderer: HOMO Littera. Das Buch erscheint im Frühjahr / Früh-Sommer 2017. Bei HOMO Littera kommen alle weiteren Romane um Oliver, Daniel und Co. heraus. Zu diesem Buch gibt es auch schon die erste Auswahl zu em neuen Cover. Der Kleine passt einfach perfekt, viel besser als das alte, aussagefreie Cover 🙂

Klappentext Der Rebell:
Der 16-jährige Oliver und seine jüngeren Brüder Christian und Michael überleben die schlimmste Nacht ihres Lebens. Ihr Vater ermordet Mutter und weitere Geschwister. Das Motiv scheint auf der Hand zu liegen: Untreue.
Doch Oliver undDer Rebell seine Brüder wollen nicht daran glauben, insbesondere als auf Christian ein Anschlag verübt wird. Fassungslos über die Tat und die Inaktivität der Polizei, suchen sie auf eigene Faust nach der Wahrheit und stoßen auf einen unheimlichen Gegner. Lediglich der unerfahrene Kommissar Daniel Kuhn steht ihnen bei.

Zur selben Zeit werden mehrere Tote im Haus des einzigen noch lebenden Verwandten entdeckt. Die Leichen liegen bereits seit 70 Jahre dort. Die Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, aber Olivers Neugier ist unstillbar. Er glaubt nicht an Zufälle und findet die Gemeinsamkeiten in beiden Fällen.
Doch ihre Gegner scheinen nicht unter den Lebenden zu weilen.

Hier bekommt ihr noch einen Eindruck über die Bildauswahl für das neue Cover zu Der Rebell 🙂

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Der zweite Band wird im Übrigen den Titel Hass tragen … und damit ist die Geschichte von Oliver und Daniel noch lange nicht beendet 🙂

Die Seelenlosen – Rezensionen

Cover

Valvermont war einst die Heimat des Kriegsveteranen Gwenael Chabod, der zum Commandanten über die Garnisonen der Stadt berufen wird. Sein Geliebter Orin – ein ehrwürdiger Priester orcischer Abstammung – ist an seiner Seite, als sich vor Gwenaels Augen ein Mann in eine seelenlose Kreatur verwandelt.
Kurz darauf wird eine junge Frau getötet. Einziger Augenzeuge ist der Dieb Jaleel. Sein Bericht deckt Grauenvolles auf – und bringt sein eigenes Leben in Gefahr.
Gemeinsam mit neuen Freunden und Verbündeten jagt Gwenael den finsteren Geist, der von Valvermont Besitz ergriffen hat. Nicht ahnend, wie nah ihm die Dunkelheit bereits ist.

Hier sind einige der genialsten Rezensionen zu meinem Buch 🙂

Online-Magazine:

QUEER.de – Rezensent Frank Hebenstreit

Inqueery.de – Rezensent Frank Hebenstreit

Zauberwelten – Christina Löw

Blogs:

NEU Literatopia – Judith Madera

Like a Dream – Rezensentin Juliane Seidel

Bücherwesen – Rezensent Michael Wastelhuber

Phantastik-News – Rezensent Carsten Kuhr

Pressenet – Rezensent Winfierd Brumma

Jules’ bunte Welt der Bücher – Rezensent Jules Bauernfeind

Kittys Bücherblog – Rezensentin Katharina Schardt

Sarnakai – Welt der Bücher – Rezensentin Sabrina Pommer

Claudias Bücher-Welt – Rezensentin Claudia S.

Weltbundmalende Bücher – J. Gaillard

Tapsis Bücherblog – Denise

Amazon-Rezensionen

5 Sterne *****

NEU Coala

NEU AmberStClair

NEU Jasmin Morawe

NEU Luna

NEU

Claudia

Jamamashid

Jana Klimke

Kitty411

Koriko

Bücherwesen

Mamarna64

4 Sterne ****

NEU Cadness

NEU LiberteToujours

NEU Buchkatze

Logan Lady

cd

3 Sterne ***

Weltbuntmalendebücher

“Die Seelenlosen” – Leseprobe

Wie so oft habe ich mal wieder auf dem Schlauch gestanden und ziemlich als Letzte mitbekommen, dass es zu meinem Roman eine Leseprobe gibt. Auf der Leipziger Buchmesse musste erst eine liebe Bekannte davon schwärmen, dass Incubus Leseproben zu Romy WolfsDie Partitur der Gewalt und meinem Die Seelenlosen gedruckt hatte. Aber es gab nciht nur die gedruckten Leseproben. Wen es interessiert, der kann auch im Netz in das Buch hinein lesen 🙂
Leseprobe Die Seelenlosen

Im Übrigen liefen die bezeichneten Bücher auf der LBM scheinbar wirklich sehr gut, wie mir Kira von Incubus erzählte. Ich bin also gerne bereit mehr illustrierte Exemplare zu machen 🙂

 

Darüber hinaus kam das Buch auch bei den Ideengebern Toni und seinem Rudolf an 🙂

Rudi und Buch

Ein süßes Modell, der kleine Rudolf, oder? Gott, wie ich diese Dampfratte liebe. Der Kerl ist einfach zu toll 😀

Okay, genug geschwafelt 🙂 Den restlichen Sonntag verbringe ich mit Jule und den Katzenmonstern 🙂

Die Seelenlosen – auf der Leipziger Buchmesse

Okay, das klingt schräg … Zombi-Walk auf der LBM. Obwohl, in gar mancher Messehalle gäbe es da schon das eine oder andere Hirn zu futtern, besonders am Messe-Samstag 😉 Scherz beiseite. Bei den “Seelenlosen” hopsen ohnehin keine Zombies durch die Weltgeschichte machen sich über die arme Bevölkerung her. Eigentlich wollte ich mit dem Artikel nur anmerken, dass das Buch zur LBM beim Incubus-Messestand zu kaufen sein wird. Auf der Verlagsseite ist der Roman auch vorbestellbar. Amazon führt es ebenfalls schon.

Hier noch mal der Klappentext:
Valvermont war einst die Heimat des Kriegsveteranen Gwenael Chabod, der zum Commandanten über die Garnisonen der Stadt berufen wird. Sein Geliebter Orin – ein ehrwürdiger Priester orcischer Abstammung – ist an seiner Seite, als sich vor Gwenaels Augen ein Mann in eine seelenlose Kreatur verwandelt.
Kurz darauf wird eine junge Frau getötet. Einziger Augenzeuge ist der Dieb Jaleel. Sein Bericht deckt Grauenvolles auf – und bringt sein eigenes Leben in Gefahr.
Gemeinsam mit neuen Freunden und Verbündeten jagt Gwenael den finsteren Geist, der von Valvermont Besitz ergriffen hat. Nicht ahnend, wie nah ihm die Dunkelheit bereits ist.

Cover

Das Cover ist seit Monatsmitte Februar auch schon bekannt und ich weiß, dass die Bücher bei der Druckerei sind 🙂 Deswegen gibt es auf der LBM auch signierte und bezeichnete Ausgaben zu kaufen. Leider bin ich nicht dabei, was auch daran liegt, dass ich gerade erst einen neuen Job angetreten habe und Urlaubstage in der Anfangsphase alles andere als passend wären.

Dafür habe ich um das diesjährige QUEER gelesen frei und kann auf dem Lesefestival zum ersten Mal “Die Seelenlosen” vorstellen. Dieses Jahr findet es vom 22.04. bis 24.04. in Mainz, in der Bar jeder Sicht statt. Diese Location passt zum Festival auch mehr als andere. Es ist das Kultur- und Kommunikationszentrum für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Intersexuelle ni Mainz. Dabei sind gute alte Bekannte wie Chris P. Rolls, Jana Walther, Jobst Marenholz, Nino Delia und ich, aber auch vollkommen neue Gesichter. Besonderes Augenmerk bekommt Volker Surmann, der bei Goldmann seinen (sehr humorigen) Roman “Mami, warum sind hier nur Männer” veröffentlicht hat, aus dem er am Freitag auch lesen wird. Ebenso T.A. Wegberg, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde und der der zweite Vorsitzende des freien Deutschen Autorenverbands Berlin e.V. ist. Judith Hüller ist durch ihre lustige “Violett”-Reihe bekannt. Darüber hinaus sind noch mehr neue Autoren dabei, solche, die im Gay-Romance-Bereich einen Namen haben: Bianca Nias, Savanna Lichtenwald und S.B. Sasori, aber auch einige Autorinnen lesbischer Literatur: Julia Mayer und Lina Kaiser.
Es gibt Dramen, Alltägliches, Thriller, Fantasy und viel Lustiges. Ihr könnt euch auf viele neue Sachen freuen und vor allem auf einige ganz besondere und besonders vorgetragene Beiträge. Also richtig viel neue Bücher zum Anhören 🙂

Die Seelenlosen

Wie ihr wisst, habe ich die letzten zwei Jahre stark an dem Gay-Steamfantasy-Krimi “Die blaue Phiole” gearbeitet. Nachdem ich das 1.400 Seiten starke Manuskript zum ersten Lektorat bei Kira (Incubus Verlag) eingereicht hatte, war eine der ersten Amtshandlungen den Titel zu ändern und das Buch in zwei Hälften zu teilen. Jetzt heißt der Beginn “Die Seelenlosen” und die Reihe als solche “Die Stadt der Maschinenmagie”.

Am Freitag, den 29.01. hatten Kira und ich das zweite Lektorat beendet, damit das Buch gesetzt werden konnte. Zusammengekommen sind für den ersten Band knapp 700 Seiten. Das Pre-Cover kenne ich schon 🙂 Allerdings will ich es hier und jetzt noch nicht veröffentlichen, schließlich ist es nicht der endgültige Stand. Aber der Klappentext steht:

Valvermont war einst die Heimat des Kriegsveteranen Gwenael Chabod, der zum Commandanten über die Garnisonen der Stadt berufen wird. Sein Geliebter Orin – ein ehrwürdiger Priester orcischer Abstammung – ist an seiner Seite, als sich vor Gwenaels Augen ein Mann in eine seelenlose Kreatur verwandelt.
Kurz darauf wird eine junge Frau getötet. Einziger Augenzeuge ist der Dieb Jaleel. Sein Bericht deckt Grauenvolles auf – und bringt sein eigenes Leben in Gefahr.
Gemeinsam mit neuen Freunden und Verbündeten jagt Gwenael den finsteren Geist, der von Valvermont Besitz ergriffen hat. Nicht ahnend, wie nah ihm die Dunkelheit bereits ist.

Ein Roman aus einer fantastischen Welt, die die ersten vorsichtigen Schritte in Richtung Moderne wagt. Umgeben von dampfbetriebenen Maschinen, mächtigen Magiern und einem undurchsichtigen Stadtoberhaupt muss Gwenael sich fragen, wem er trauen kann, wer seine Freunde sind, wer ihn liebt und welche düsteren Geheimnisse die Villa seiner Familie birgt.

Für all die, denen mein “Night’s End – Der Wiedergänger” oder das alte “Interdependenz” (auch unter “Die schweigende Lilie” veröffentlicht) noch etwas sagt, so viel zu “Die Seelenlosen”:
Auch hier sind wie wieder auf Äos, allerdings 250 Jahre nach dem Krieg. Wohl bekannte Charaktere wie Luca-Seraphin Veraldis (Lysander), Aycolén Amaro, Sisikazev Viz Cyan und Prinz Mesalla spielen auch in “Die Stadt der Maschinenmagie” eine nicht unerhebliche Rolle. Ihr könnt euch also auf ein Wiedersehen mit alten Freunden freuen, auch wenn ganz klar Gwenael Chabod, Orin Noac R’Coan, Jaleel, und Co. im Vordergrund stehen.

Die Veröffentlichung ist für die Leipziger Buchmesse geplant. Am Stand des Incubus Verlages könnt ihr das Buch kaufen. Das Cover hat nicht die typischen und üblichen Atribute eines Gay-Fanatsys, also keine “Flying Torsos”, kuschenlden Kerle oder irgendetwas anderes romantisches. Auf jeden Fall findet sich recht prominent ein Bild diesen netten Kerlchens wieder, auch wenn die Maschine nicht Rudolf heißt 😉
Erfinder und Mechaniker Toni, nebst Rudolf finden sich in dem Roman wieder, wenn auch unter anderem Namen (Toni war mein Ideengeber mit seinem Dampfrattz). Sobald ich das Cover habe und veröffentlichen darf, erfahrt ihr mehr, auch über Toni und seine Metallskulpturenmanufaktur Ars Vaporis 🙂