1918

“Bestie” – eine neue Geschichte um H.C. Wolff, oder eher eine Geschichte zur neuen Like a Dream-Anthologie

Im kommenden Jahr erscheint eine neue “Like a Dream”-Anthologie, passend zu den 18 Jahren, die es nun den queeren Rezensionsblog “Like a Dream” von meiner Frau Juliane. Die Antho wird erotischer, unheimlicher, alles mögliche zusammen 🙂 Natürlich gibt es wieder eine neue “Kurz”-Geschichte um Wolff, dieses Mal aus der Sicht von seinem Gefährten Konrad Lux. Die Handlung bettet sich in die ersten Tage im Juli 1918 bei Familie Beckmann (“Warte, warte nur ein Weilchen”) ein, spielt aber auch im Schützengraben, genaugenommen in Arras, 1917. Warum Arras, warum nicht die Schlacht bei Verdun oder an der Somme? Verdun fand vom 21.02. bis 19.12.1916 statt. Im Hungerwinter 1916 sind Konrad und Heinrich noch in Mainz und zu diesem Zeitpunkt ist noch nichts Unheimliches passiert (obwohl die Kurhessen-Truppen durchaus in Verdun eingesetzt wurden). Die Schalcht an der Somme fällt auch aus, weil sie in denselben Zeitrahmen fällt und die kurhessischen Truppenverbände dort nicht eingesetzt wurden (‎01.07.bis 18.11.1916). Arras deswegen, weil es in den zeitlichen Rahmen passt (Beginn 20.03.1917) und weil die kurhessischen Truppen, also auch die Heeresverbände aus Mainz, daran beteiligt waren. Bei der kleinen Stadt Arras (deren Einwohner zuvor evakuiert wurden) fand darüber hinaus eine sehr tragische Schlacht statt. Die deutschen Truppen hatten sich 1917 in die sogeannte Siegfriedstellung / Hindenburglinie zurückgezogen, immer nich der Meinung (nicht die Soldaten, die Generäle) den Krieg zu gewinnen. Allerdings hatte sich die Entente, der Zusammenschluss der Siegermächte des 1. Weltkrieges (Frankreich, Vereinigtes Königreich, USA, Italien und ursprünglich Russland, dass wegen der Oktoberrevolution austreten musste, um die eigene strukturelle Veränderung zu verkraften) zusammengeschlossen, um die deutschen Truppen in die Zange zu nehmen. Frankreich, Groß Britanien und Kanada begannen ihre Offensive bereits vor dem April, an jenem kalten, 20. März. Das war die Zeit, in der über die Deutschen die Hölle herein brach und bis Mai 250.000 Tote bei allen Beiteiligten brachte. Die Briten waren durchweg besser mit Großwaffen ausgestattet, zumal sie bessere und wendigere Flugzeuge (S.E.5A) hatten und natürlich die Mark II-Tanks (die Bezeichnung Panzer gab es zu dieser Zeit noch nicht). Hier passte also alles, bis hin zu der absoluten Entmenschlichung. Zugegeben, bei dieser Geschichte habe ich verdammt viel Neues dazugelernt und muss sagen, dass der 1. Weltkrieg in nichts besser war als der 2. Aber macht euch selbst ein Bild. Mir jedenfalls sind Heinrich, Konrad, aber auch Anni noch mehr ans Herz gewachsen und ich freue mich schon auf einen Roman mit den dreien.